Treffenstress im Frühjahr
Vom 10. "Rencontre Nationale des 2 CV
Clubs de France" nach Xanten zum 30jährigen Bestehen
des CCRR
Zwei lange Wochenenden mit zwei Treffen, das
hieß für mich schon im Vorfeld Abstimmung mit Arbeit und
Familie.
So ging es am Mittwoch, gemeinsam mit Jürgen aus
Frankfurt, der für das Treffen in der Nähe von Lyon sein
Cabrio wieder aktiviert hatte, gegen Mittag auf die Autobahn.
640 km lagen vor uns und wir hatten uns entschieden, die
Autobahn zu fahren um so möglichst in ca. 8 Stunden auf dem
Treffen zu sein. Und so war es dann auch, denn die
gebührenpflichtigen Autobahnen in Frankreich waren leer.

Das Treffen fand auf einem großen Campingplatz,
der trotzdem total überfüllt war, statt. Es sollen so um die
1.500 Fahrzeuge dort gewesen sein. So stellten wir dann bei
unserer Ankunft fest, dass der Platz nicht nur gefüllt sondern
schon überfüllt war. Welche Beliebtheit das Treffen bei uns
Deutschen hat, stellt man dann bei der Stellplatzsuche fest. An
jeder Ecke traf man Bekannte und immer die gleiche Antwort:
"Bei uns ist alles voll." Wir trafen dann zum Glück
Frank aus Bonn, der uns ja einen Platz freihalten wollte und
dies auch getan hatte. So hatten wir einen schönen Platz,
mitten auf dem Gelände unter großen Bäumen.
Es war erstaunlich, wie viele junge Franzosen auf
dem Treffen waren, wobei sie mit Fahrzeugen unterwegs waren, die
bei uns schon längst aus dem Verkehr gezogen worden bzw. auf
dem Schrott gelandet wären. Dafür waren viele ältere
Franzosen da, die toll restaurierte Fahrzeuge, speziell aus den
fünfziger und sechziger Jahren hatten.

Es war ein ständiges Fahren auf dem Gelände,
und unsere Nachbarn, die man tagsüber kaum sah, feierten die
ganzen Nächte durch, diese Geräuschkulisse, die morgens noch
von einem Hahn, und ständig hupenden Entenfahrern verstärkt
wurde, führt doch zu einem erheblichen Schlafdefizit.

Ich hatte immer gedacht, dass die Italiener die
Könige der Hupe seinen und bei jeder Gelegenheit hupen, jetzt
weiß ich es besser, die Franzosen sind es, denn sie hupen
immer, egal ob ein Anlass ist oder nicht.
Es gab einen großen Flohmarkt, auf dem es sehr
viel Teile für ältere 2 CV gab. Man konnte auch komplette
Fahrzeuge kaufen, wobei ein Händler, der einen restaurierten 2
CV, Bj. 52 auf einem Hänger hatte, und diesen 2 CV (ohne
Hänger) für 300.000 FF, was 45.734 Euro entspricht, anbot. Er
erntete dafür doch Gelächter.

Das Treffen war für mich ideal, gab es doch
immer etwas zum essen und Trinken, zu zivilen Preisen, zu
kaufen.
Höhepunkt auf diesem Treffen war für mich die
Korsofahrt nach Lyon. Einige hundert 2 CV-Fahrer machten sich
mit ihren Autos auf den Weg in die Innenstadt von Lyon. Am
Stadtrand wurden wir von der Polizei empfangen und mit
Motorrädern an die Rhone geleitet. Sämtliche Seitenstraßen
waren gesperrt und es ging über alle roten Ampeln zu einer
komplett gesperrten Straße, in der wir dann alle parken
konnten. Über einen Kilometer standen rechts und links nur
Enten und man konnte tolle Fahrzeuge bewundern und
fotografieren.

Dieser Ausflug hatte richtig Spaß gemacht wie
überhaupt das ganze Treffen, was sehr gut organisiert war.
Die Heimfahrt klappte auch ohne Stau.
Dann gut vier Tage gearbeitet und es ging nach
Xanten zum Pfingsttreffen.

Dies waren ja nur 275 km für mich, also kein
Problem dachte ich, aber die Autobahnen waren voll. 12 km Stau
bei Köln. Irgendwann überholte ich einen AMI mit franz.
Kennzeichen, dessen Besitzer kein Franzose war, denn er hupte
nicht als ich ihn überholte. Kurz danach konnte ich mich mit
ihm auf der Autobahn unterhalten, denn 2 km vor unserer Abfahrt
war eine Vollsperrung. So brauchte ich für die 275 km über 6
Stunden.
In Xanten hatte ich den Platz gleich gefunden ,
obwohl ich vor 19 Jahren das letzte mal dort war.
Auch hier hatte mir Frank aus Bonn einen Platz
freigehalten, diesmal in der hintersten Ecke und mit ruhigen
Nachbarn. Somit war dies für mich ein ruhiges Treffen, wenn man
die Nachtruhe von ca. 1 Uhr annimmt.
Die Organisatoren hatten sich ein schönes
Rahmenprogramm ausgedacht. Leider machte die Band am Samstag
Abend nicht so mit, denn sie spielte nicht nur schlecht sondern
auch laut. Dafür gab es ein großes Lagerfeuer und es gab
richtig Beifall, als die Band aufhörte. Bei der Band am
nächsten Abend war es genau umgekehrt. Viel Beifall und diesmal
wurden die Rücken am Lagerfeuer gewärmt.
Viel Lob gab es auch von den Teilnehmern der
Rundfahrt, die von den Düssel-Ducks organisiert wurde. Es hat
allen Teilnehmern viel Spaß gemacht. Ich hatte mich die ganze
Zeit auf dem Treffengelände rumgetrieben, waren dort doch viele
Bekannte, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.

Am Sonntagabend gab es ein Treffen mit
Meinungsaustausch zu der Idee, sich für das Welttreffen 2007 zu
bewerben. Ein Protokoll hierzu findet ihr in dieser Ausgabe.
Parallel dazu fand auf dem Treffen in Mühlacker ebenso ein
Diskussion statt. Das Ergebnis dieser beiden Treffen zeigt, dass
großes Interesse besteht, sich für ein Welttreffen in
Deutschland zu bewerben.
Wie immer gehen schöne Tage zu schnell vorbei,
aber auch für 2003 lädt der CCRR wieder zu einem Treffen in
Xanten ein. Anlass ist 20 Jahre nach dem Welttreffen Xanten.
Schön wäre es, wenn auch andere Clubs auf ein eigenes Treffen
verzichten würden und nach Xanten kämen und wir gemeinsam den
Geist des 2CV über Xanten wieder aufleben lassen.

Klaus Otto

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