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Bericht vom französischen Nationaltreffen 2002
in St. Paul-de-Varax bei Lyon

Teil 1

Wellblech am See und frühe Bresshähne

Rot-grün

Ohne Absprache erreichten die Happy Ents aus Saarbrücken diesmal eine vollständig rot-grüne Koalition. Die Finnen ergänzten mit zwei Acadyanen, die dezent in orange und weiß gehalten waren. Daniela durchbrach die Farbharmonie später durch den Erwerb eines sand-farbigen Ami 8 Kombi.

Einigkeit wird bei rot-grün bekanntlich groß geschrieben. So auch bei uns: Der Anreise-Konvoi von Saarbrücken nach St. Paul-de-Varax erstreckte sich von Dienstag bis Donnerstag. Zwischen den Teilnehmern waren waren jeweils über 500 km Abstand. So war es nicht schlimm, dass mein CB-Funk nicht funkte.

Als alles vorbei war, einigten wir uns zumindest teilweise auf eine gemeinsame Route und Abfahrtszeit. Diesmal betrug der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug 10 Meter. Peter saugte unser Gespann mit dem neu erworbenen Ami 8 und 100 km/h nach Hause. Aber der Reihe nach.

 

Keine Warmduscher

Freitag morgen weckte uns ein Franzose ganz aufgeregt. Wir hätten neben einem weiteren Gespann den einzigen Puck auf dem Treffen, der von einer Ente gezogen würde. Er wolle einen Enten-Puck-Club gründen. Wenn ich an das Ostertreffen in Karlsruhe denke, scheint mir, dass er zumindest in Deutschland genügend Mitglieder finden wird. Grund für den Puck-Mangel: Die Besucher aus Frankreich sind keine Warmduscher. Sie nächtigten ganz überwiegend in Zelten, wie es sich gehört. Dafür gab es kein Laberfeuer.


Idyll auf dem Treffenplatz

 

Wellblech statt Breitreifen

Die Entenszene in Frankreich beginnt auseinander zu driften. Auf der einen Seite gibt es die Wellblech-Liebhaber, die Rundpedaltreter und Langsamfahrer, die erstmal entspannen und dabei offenbar genügend Material in den Scheunen Frankreichs vorfinden.

Auf der anderen Seite findet sich die Breitreifen-Fraktion, die sich keinen Golf GTI leisten kann und deshalb Enten optisch tunt. Seit Michelin die 125er Reifen aus dem Standardprogramm genommen hat, reißen die Reifenexperimente nicht mehr ab.

  

Alle Arten von Entenfahrern feiern vereint ihr Nationaltreffen am Tag der deutschen Kapitulation. Wir wurden trotzdem von allen Franzosen sehr freundlich begrüßt. Es gab kaum eine Ortsdurchfahrt, bei der die Passanten uns nicht fröhlich zugewinkt hätten.

Falls man es noch nicht gemerkt hat: Mich fasziniert das alte Blech mehr als die Spoiler. Zum Beispiel die dezent gravierten Klappfenster und der von außen verstellbare Außenspiegel oder die AK in der AK:

     

Von meinem Vater habe ich gelernt, dass die Franzosen alles mit Eisendraht reparieren. Dass dies auch für Karosseriearbeiten gilt, war mir allerdings neu.

 

Der neue Citroen

Citroen sponsorte das Treffen gebührend. Etwas verloren stand ein Repräsentant unserer geliebten Firma mit der kompletten Produktpalette von 2002 auf dem Teilemarkt. Niemand interessierte sich für Xsara, C3 und Co.

Doch halt - vielleicht kann ich mich ja doch mit dem C3 anfreunden. Zumindest, wenn er so aussieht, wie dieser neue Citroen, der auf dem Treffen ausgestellt wurde:

"Der neue Citroen - machen Sie eine Probefahrt!"

 

Teilejagd

Einer der Höhepunkte war der täglich stattfindende Teilemarkt. Diesmal ging meine Rechnung auf: Wir waren schon am ersten Tag angereist, mit einer Liste der benötigten Oldie-Teile ausgestattet und früh genug auf den Beinen, um die "Schnäppchen" zu ergattern. Hierzu trug der Club aus Bresse bei, der sich völlig mit den gleichnamigen Bresshühnern identifizierte. Ein Pickup war kurzerhand zum Hühnerstall umgebaut worden und beherbergte einen stolzen Bress-Hahn, der pflichtgemäß zu wecken begann, als endlich alle Parties vorüber waren.

 

Nach den Enttäuschungen auf deutschen Oldtimermärkten (dort sind Mercedes- und VW-Liebhaber gut aufgehoben) und in Utrecht (hohe Preise) war der Teilemarkt in St. Paul ein Paradies für Entenschrauber. Auffällig war die große Auswahl gebrauchter und auch neuer Teile für 2CVs vor 1970, mal unsortiert, ...

... mal sehr übersichtlich angeordnet.

 

 

Prototypen

Es gab einige bisher geheim gehaltene Prototypen zu bewundern, so z.B. ein Gelände-Citroën im new edge design, Achtsitzer mit Hund, mit Fahrtrichtungsanzeigern für Flugzeuge.

Zwei Prototypen für unsere Kleinen fanden wir (trotz intensivster Tarnung). Sie gelangten jedoch nie zur Serienreife.

 

Ich gebe zu, fotogen sind auch andere Modelle manchmal schon. Alle Arten von Sonderlackierungen waren zu sehen, gekonnte und über Geschmack kann man streiten.

 

 

 

Was haben wir sonst noch gemacht? Die Citroënchen-Redaktion befand sich abends in Schräglage, und die Happy Ents waren happy, weil es einen 30o-ten Geburtstag zu feiern gab. Von wem wird nicht verraten. Dabei wurden geheime finnische und saarländische Drogen ausgetauscht.

   

 

Kulinarisches

Eine kulinarische Verbrüderung aller Teilnehmer nahm solche Ausmaße an, dass dies einen eigenen Bericht wert ist. Er soll als Teil 2 an dieser Stelle gelegentlich nachgereicht werden. Dieser wird auch von der Prozession nach Lyon berichten, die allein die Anreise wert war.

Karsten Schreiber,
Happy Ents Saarbrücken

(aus: www.happyents.de mit freundlicher Genehmigung)

Nach der Veröffentlichung bei den Happy Ents erreichte uns folgender Kommentar von MiXael:

 

 

 

 

 

"Was sinnen das für welche?"
MiX

Zum Verständnis: Bei den Personen auf den Bildern handelt es sich um harmlose Treffenbesucher aus Deutschland. Die 200 kg schwere Guss-Badewanne hatte Mattias eigens in der Acadyane mitgebracht, weil er seine eigenen Sanitäranlagen haben wollte. Red.

 

 

 

       
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