Heft 6/2002, Artikel 3


2CV-Treffen und -Ausstellung im Technik-Museum Speyer

In Ausgabe 5 des "citroënchen" haben wir die Einladung zu einem 2CV-Treffen in Verbindung mit einer  2CV-Ausstellung im Technik-Museum in Speyer wiedergegeben.

Leider hatte ich für das Treffenwochenende schon den Samstagabend und den Sonntag verplant. Da ich aber nur ca. 110 km zu fahren hatte, lohnte sich ein Tagesbesuch am Samstag. Also ging es bei strömendem Regen mit der Acadyane ab in Richtung Speyer. Dort kam ich um halb neun an. Ich fand einen großen, reservierten Parkplatz mit vier Enten, die vor einer großen Halle parkten.

Im ersten Moment war ich enttäuscht, aber es war ja noch früh. Dann sah ich auf einer benachbarten Wiese nach ca. 10 Fahrzeuge, die schon am Freitag gekommen waren und dort übernachtet hatten.

Die Halle war für die Treffenbesucher reserviert, und das war bei dem Regenwetter auch gut so. Nach der Anmeldung, bei der man einen Gutschein für den verbilligten Besuch im Museum erhielt, ging ich zunächst ins Museum. Dort war ich um 9 Uhr der erste Besucher. Dies hatte den Vorteil, dass ich die ausgestellten Fahrzeuge und Vitrinen in aller Ruhe anschauen und ungestört fotografieren konnte.

Neben bekannten Modellen wie Sahara, AK, Sausss-Ente, Cabrio, Flugente usw. haben die Ausstellungsmacher auch einige Exponate zusammengetragen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. So beeindruckte mich ein 2CV aus dem Baujahr 1951.

Citroen 2 CV, Typ A, Baujahr 1951, 9 PS

Fahrzeug stammt aus der ersten Produktionsserie des 2CV, der ab November 1949 an seine Käufer ausgeliefert wurde.

Der Preis lag damals bei 225.000 FF. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 65 km/h bei 3.500 U/min. Es stand nur eine Farbe zur Auswahl: Grau. Außerdem hatten die Autos noch keine Heckklappe und am Heck gab es nur je ein Bremslicht und ein Rücklicht. Der Scheibenwischer wurde über die Tachowelle angetrieben.

Für die heutige Schweizer-Zulassung wurden die Blinker, das Stop-Standlicht und die Katzenaugen nachgerüstet.

Etwas weiter gefiel mir der "Schwart" aus der Schweiz, sozusagen eine Karikatur des "Smart".

 

Die Citroneta aus Chile kannte ich bisher nur von Fotos. Hier endlich einmal im Original zu sehen.

Citroneta, Baujahr 1962, 435 ccm, 16 PS

Diese Citroneta, Typ AZAM, wurde 1962 in Chile gebaut. Sie ist bis jetzt das einzige in Europa ausgestellte Modell. Sie wird vom elsässischen 2CV-Club zur Verfügung gestellt und gehört dem "Musee de la 2 CV" in Framont.

Die 2 CV-Citroneta ist der merkwürdigste 2 CV, der im Ausland produziert wurde. Ein Großteil der verschiedenen Elemente der Citroneta, wie z.B. Rahmen, Mechanik und Karrosserie wurden direkt von Frankreich eingeführt. Der Wagenkasten aber wurde komplett umgestaltet, um sich dem chilenischen Bedarf anzupassen. Die Citroneta unterscheidet sich vom europäischen Modell hauptsächlich durch 2 Türen, eine geschlossene Karosserie, einen Pick-Up-ähnlichem Kofferraum und das Ersatzrad auf dem Kofferraum.

In den Vitrinen lagen jede Menge Bücher, Aufkleber, Anstecker und kurioses Zubehör. Mir gefiel besonders dieses 2 CV-Modell aus Metall.

Beim Ausgang kaufte ich schnell noch ein Sondermodell 1:87 von Wiking, mit Aufschrift vom Technik-Museum und 2CV-Ausstellung, bevor ich zurück zum Treffen ging. Dort hatte sich mittlerweile der Platz gefüllt. Es kam ein Fahrzeug nach dem anderen an, so dass es richtig eng wurde.

Dort traf ich auch Ronny, den Geschäftsführer und Alleinunterhalter der Ronny-Werke aus dem Saarland. Er hatte seinen bekannten "Schmalen Hans" in der Ausstellung stehen und war zum Treffen mit seiner dreiachsigen Feuerwehr-Dyane gekommen. Mir gelang es, seine Gedanken für den nächsten Umbau im Foto festzuhalten.

Nach der Fertigstellung wird in den Umbau ein 2CV-Museum integriert.

In der Halle traf ich viele Bekannte, so dass ich hier die nächsten zwei Stunden bei Kaffee (Danke Eckhard) und Bier (Danke Karsten+Michael) verbrachte. Bei strömendem Regen ging es dann wieder zurück. Das war mein letztes Treffen für 2002. Ich freue mich schon auf die Saison 2003.

Klaus Otto, Wiesbaden

 

Auszug aus der Saarbrücker Zeitung vom 25.10.2002:

Ein halbes Jahrhundert "Ente" - Eine Art zu leben

Sonderausstellung im Technik Museum Speyer zeigt bis Ende März skurrile und verrückte 2CV-Modelle

Speyer (red). "Es ist nicht nur ein Auto, es ist eine Art zu leben." Was da als Slogan auf den Flugzetteln steht, spiegelt sich bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Citroen 2CV" in der Liller Halle des Technik Museums in Speyer wider. Edle Karossen, sportliche Flitzer und witzige Unikate wechseln sich auf der Ausstellungsfläche ab, sogar auf dem Außengelände erblicken die Freunde der legendären "Ente" schmucke Exemplare. 2CV-Fans aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich hatten sich eingefunden, um der Eröffnung beizuwohnen und sich die 25 Modelle aus nächster Nähe anzusehen.

Die Geschichte der "Ente" ist nicht nur den Beschilderungen der Exponate zu entnehmen, sondern auch einer Litfasssäule, die neben Werbung von anno dazumal auch die Entwicklung des Fahrzeuges seit der ersten Präsentation auf dem Pariser Salon im Jahre 1948 darlegt. Tolle Modelle blitzen da nebeneinander um die Wette, darunter der Prototyp aus dem Kriegsjahr 1939.

Ein echtes Edelteil zieht die Besucher der Ausstellungseröffnung an, Baujahr 1979, 27 PS. In rund 500 Arbeitsstunden rüstete ein junges Paar seinen Wagen für die Hochzeit um. Leder, Chrom, das Verdeck vom VW, der Stoff vom Mercedes und eine Wellblech-Motorhaube aus dem Jahr 1958 sind in dem kupfer-farbenen Vehikel vereint. Zudem präsentiert das Technik Museum eine Feuerwehr-Ente, einen spritzigen "Supertourer" von 1989, in türkis und blau gehalten und mit Fensterchen wie Brillengläser. Oder ganz neckisch das Modell "Schmaler Hans", dessen Besitzer aus dem Saarländischen Sulzbach kommt. Seine Besonderheit: Der Fahrer sitzt vorne, der Beifahrer nicht daneben, sondern dahinter. Alle Fahrzeuge sind blitzblank poliert und gewienert, bis auf eins. Eine Autocross-Ente, mit der die Autocross-Fahrerin Beatrix Jung 2000 Meisterin und 2001 Vizemeisterin wurde. Eine dicke Schmutzschicht zeugt vom letzten Einsatz. Sie ist besonders von den jungen Gästen umlagert und teilt viele Autogramme aus. Auch "Hingucker" sind die "Feuerwehrente" oder der Campinzug, Ente mit Wohnanhänger, herrlich hergerichtet.

Unter dem Hallendach ein weiteres Bonbon, eine "Flug-Ente", ein 2CV, der zum Flugzeug umgebaut wurde und auch geflogen ist. Vor zwei Jahren, so erzählt Museumsleiter Berthold Abendschein, sei die Idee zur Ausstellung während der Präsentation der Sonderedition Mini-Cooper entstanden. Mitglieder der 2CV-Clubs aus Heilbronn und aus dem Elsass hätten nun ihre "Lieblinge" zur Verfügung gestellt. Mit vier Miniatur-Modellen beglückte Abendschein die vier Hauptverantwortlichen der Sonderausstellung, Harry Siegel und Franz Schreier vom 2CV-Club Heilbronn sowie Immo Mikkloweit (Presseattaché der Citroen Deutschland AG) und Klaus Westrupp (Redakteur der Zeitschrift "Auto, Motor, Sport").

Die Sonderausstellung Citroen 2CV ist bis 31. März. 2003 zu sehen. Am kommenden Wochenende, Samstag, 26., und Sonntag, 27. Oktober, findet auf dem Gelände des Technik Museums in Speyer zudem ein großes 2CV-Club-Teffen statt, zu dem auf dem Gelände einige Hundert "Enten" mit Fahrern erwartet werden.

 

Offizielle Bildergalerie des
Technik Museums Speyer

Alle Fotos (c) Technik-Museum Speyer.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung.

  
vom Prototyp zum Regenschirm auf Rädern.

 
Die erste Modellreihe: 9PS-Ente, gefolgt von einer 16PS-Ente beim Entendoktor.

 
Eine echte Feuerwehr fehlte ebensowenig wie ein selbst gebauter Dreiachser.

 
Heir eine Schlafente, wie Treffenfahrer sie kennen, etwas luxuriöser mit Esch-Aufbau, ...

  
und Camping "Dölüggs". Der Roadster hingegen ist nicht zum Schlafen geeignet.

 
Man kann mit Enten auch im Schlamm rumfahren, oder auf dem Wasser, ...

 
... oder in der Luft. Gewicht sparen um jeden Preis: ein bekannter Schmalhans aus Sulzbach fehlte ebenfalls nicht!

 
Bei der Eröffnungsfeier scharten sich edle Gäste vor unseren edlen Fahrzeugen.

Das Technikmuseum hat zusammen mit etlichen Entenclubs und -freunden eine wunderschöne Ausstellung geschaffen, die jedem Entenfreund nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann (geöffnet noch bis 31. März 2003).

Bilder: Technik Museum Speyer
Text: Karsten Schreiber


(c) 2002 by Citroënchen Wiesbaden