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22. Jahrgang - gegründet 1981

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Wolfgangs Lomax mit Moto-Guzzi-Motor unter der Haube. Großes Bild


Motor freigelegt
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Luftfilter, Vergaser, Getriebeflansch (Ausschnitt)
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Ingos Lomax mit Moto-Guzzi-Motor und kurzer Haube. Großes Bild

 

Moto-Guzzi-Motor im Lomax

Krasser Umbau: Lomax 223 mit V2-Motor

Dieses Gefühl dürfte auch den meisten Entenfahrern bekannt sein: Man fährt mit zwei Personen und/oder Gepäck auf der Autobahn. Jetzt kommt eine lange Steigung. Den knapp 30 Pferdchen fällt es immer schwerer, die Geschwindigkeit zu halten, sie sinkt ab und von hinten kommen die Brummis. Dass dies im offenen Lomax noch bedrohlicher wirkt als in der Ente, bedarf keiner Erklärung ....

Zwei Versuche mit Tuningangeboten von STP gingen in die Hose, aber das ist eine andere Geschichte. So griff ich denn gerne zu, als Ingo Lins mir anbot, bei seiner Umrüstaktion auf Moto-Guzzi V2 Motor mitzumachen. Diese Motoren (alle sog, "großen" Modelle von V7 bis V 1000) eignen sich nicht nur wegen der in Fahrtrichtung liegenden Kurbelwelle sondern erinnern auch optisch an die legendären JAP und Matchless Motoren der Morgan Threewheeler, haben genug Power und dazu noch einen tollen Sound.

Eine solche Umrüstung ist meines Wissens aus rechtlichen Gründen nur bei den dreirädrigen Lomäxen möglich, denn ein Lomax 223 ist rechtlich kein Citroen mehr und erhält vor der Erstzulassung eine neue TP-Fahrgestellnummer. Der jeweilige Erbauer wird als Hersteller in den neuen KFZ-Brief eingetragen. Ein Lomax 224 dagegen bleibt ein Citroen, es wird eine "Karosserieänderung" eingetragen. Somit würde bei einer Motoränderung eine Unbedenklichkeitserklärung von Citroen verlangt. Ob es die gibt? Ja und da ist noch das Problem des Nachweises des Abgasverhaltens. Dreirädrige Fahrzeuge sind von diesem Nachweis befreit, während vierrädrige Fahrzeuge wie Lomax 224 nach einem solchen Umbau auch noch mit einem geregelten Katalysator ausgestattet werden müssten.

Bei dieser Umrüstung (die ich als früherer "Schreibtischtäter" allein nie hätte durchführen können) wird die 2CV-Schwungscheibe (letzte Version) mit Hilfe eines speziellen Adapters an der Guzzi-Kurbelwelle befestigt und der Guzzi-Motor mittels eines anderen Adapters am 2CV-Getriebe. Diese Motor-Getriebeeinheit ist nun ca.18 mm zu lang, um in den 2CV Rahmen zu passen. Deshalb werden die Distanzhülsen der hinteren Getriebefestigung entsprechen gekürzt und der Motor vorne mit speziellen Winkeln und Gummipuffern auf dem vorderen Querträger angeschraubt. Hier hat Citroen die passenden Bohrungen gleich vorgesehen.

Es wird der 2CV-Anlasser weiter verwendet. Die Dell´Orto Vergaser erhalten K&N Luftfilter. Die Guzzi-Auspuffkrümmer werden mit Hilfe von flexiblen Metallschläuchen an den modifizierten 2CV- Quertopf angeschlossen. Da die Guzzi-Motore keine Benzinpumpe besitzen, muss eine elektrische Pumpe mit (sehr wichtig!!!) Abschaltrelais installiert werden. Der Kabelbaum muss an die geänderte Situation angepasst werden, die Zündspulen wurden an den Seitenpanelen befestigt, damit sie nicht zuviel von der Motorwärme beeinflusst werden. Ja, wenn jetzt noch die Gaszüge mit dem Gaspedal verbunden sind, kann eigentlich der erste Startversuch erfolgen.

Aber so einfach, wie sich das hier liest, war der Umbau nicht; der Teufel lag im Detail. Wenn ein Problem gelöst war, taten sich mit Sicherheit zwei neue auf. So hat der Umbau schließlich den ganzen Winter gedauert, bis zu den ersten Probefahrten gestartet werden konnte.

Die Prüfung beim TÜV hat 14 Tage gedauert und umfasste die Ermittlung der Motorleistung, der Geräuschentwicklung, der Höchstgeschwindigkeit und der Bremsleistung. Der TÜV hat für meinen Motor "850 T3" mit der 2CV-Auspuffanlage eine Leistung von 37 KW ermittelt. Hier ist sicherlich noch einiges an Leistungsreserve vorhanden. Die Höchstgeschwindigkeit mit dem 2CV-Getriebe und der längeren Teller-Kegelrad Übersetzung beträgt 148 km/h, das habe ich aber noch nicht ausprobiert, über 135 km/ droht mir die Brille wegzufliegen. Ich hatte beabsichtigt, gelochte Bremsscheiben vom "Franzosen" einzubauen, diese waren aber im letzten Frühjahr nicht mehr lieferbar. Deshalb erhielt der Lomax neue 2CV Scheiben, die offensichtlich auch ausreichen.

Mittlerweile habe ich die nur mit Künstlerhänden richtig einstellbaren Unterbrecher durch eine kontaktlose Zündanlage von "Silent Hektik" ersetzt. Mittlerweile habe ich rund 5000 km – u.a. auf einer Tour nach Mandello del Lario zum Geburtsort des Motors - mit dem neuen Motor zurückgelegt und bin begeistert. Jetzt fährt der Lomax so wie er aussieht.

Mir sind sechs solcher Umbauten in Deutschland bekannt. Es soll auch noch einen in Holland geben. Weitere Informationen gibt es auf Ingos Homepage www.threewheeler.org.

Wolfgang Schaider, Entenhausen, EN-LX 223

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