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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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35 Jahre Ente Beim Herbsttreffen hatte ich am Lagerfeuer erzählt, dass ich nun schon seit 35 Jahren Entenfahrer bin. Einer wollte wissen, wie ich denn zum Entenfahrer wurde und so gab es einiges zu erzählen. Ich hatte 1985 einen Bericht darüber geschrieben. 15 Jahre Ente Da ich früher einmal bei Opel in Rüsselsheim arbeitete, war mein erstes Auto natürlich ein Opel. Den fuhr ich drei Jahre, d.h. eigentlich fuhr ich nicht sehr oft damit, da der Kadett ständig kaputt war und für teures Geld repariert werden musste. Irgendwann 1968 erzählte mir dann Blacky im „Jazzhouse“ in Wiesbaden, dass er eine Ente fahre, die eigentlich nie kaputt sei, höchstens mal schlecht anspringt, wenn’s nass ist. Sein Problem war das Benzin. Die Ente verbrauchte zwar wenig, aber dies kostete auch Geld. Aber an diesem Tag hatte er gerade seinen Tankwart mit 5 DM überrascht und getankt, so dass wir gleich eine Probefahrt machen konnten. Ich war begeistert und tauschte den Kadett gegen eine Ente Bj. 66 mit 16 PS, die ca. 80.000 km gelaufen war, ein. Da ich öfters darin übernachtete, taufte ich sie auf Diogenes I. Mit der Ente fuhr ich dann eine Zeitlang durch die Gegend und freute mich, wenn andere Entenfahrer grüßten. Irgendwann lernte ich dann Stefan kennen und fuhr mit ihm zu meinem ersten Treffen. Ende 1970 gewann ich auf einem Treffen eine Shell-Europa-Karte. 1971 nutzten Stefan und ich die Karte voll aus, indem wir mit der Ente durch die Schweiz, Frankreich, Spanien, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, weiter mit dem Schiff über Malta nach Sizilien, quer durch Italien, Österreich nach München zum Oktoberfest fuhren, um uns dort mit anderen Entenfahrern zu treffen. Nach ca. 12.500 km waren wir wieder zurück, sehr zum Erstaunen einiger Bekannter, die Wetten abgeschlossen hatten, dass die Ente, die 140.000 km auf dem Buckel hatte (1. Motor und 1. Getriebe), diese Tour nicht durchhalten würde. Aber sie hat! Ein Freund in Marokko hatte die Ente rundherum bemalt und einige Sprüche in arabisch darauf geschrieben. Dies führte dazu, dass ich der spezielle Freund der Müllabfuhr in Wiesbaden war, bei der damals viele Marokkaner arbeiteten. Da ich nach dieser Tour noch weitere Fahrten machen wollte, schaute ich mich nach einer gebrauchten Kastenente um, zumal Blacky mit einer uralten Kastenente die Citroen-Tour Paris-Kabul-Paris mit Erfolg mitgefahren war. Aber 1971 war es gar nicht so einfach, eine gebrauchte Kastenente zu bekommen. Ich hatte seinerzeit meinen Schwager überredet, seinen BMW zu verkaufen und sich einen 2 CV 6 zuzulegen. Mit dem wurde er jedoch nicht glücklich, und er vermisste seinen BMW (was ich bis heute nicht verstehe). Nachdem ich mich damals immer ärgerte, dass mich ständig 2 CVs überholten und die Fahrer mit grinsendem Gesicht grüßten, verkaufte ich kurzerhand Diogenes I., kaufte meinem Schwager den 6er ab, damit er sich wieder einen BMW kaufen konnte, und somit waren dann alle äußerst zufrieden. Für dieses Auto baute ich 1972 eine Haube mit Mercedesgrill, um meinen Nachbarn zu ärgern (aber dies ist eine andere Geschichte, siehe citroënchen 4/2002). Dieser 2 CV 6 war Diogenes II. Ich fuhr ihn jedoch nur ca. ein Jahr, um ihn dann an meine Schwester zu verkaufen, da ich gehört hatte, dass jemand in Oberhausen eine Kastenente zu verkaufen hatte. Nichts wie hin! Das Auto war zwar alt, aber trotzdem gekauft und viel Arbeit reingesteckt. Zum Schluss auf der Straße den Lack abgeschliffen (war damals noch möglich) und neu lackiert. Da ich angeben wollte, wählte ich die Farbe „Inka“ von BMW. Erfolg: Immer, wenn ich auf den Parkplatz der Ingenieurschule fuhr, riefen meine Semesterkollegen: "Ei gucke emol, die Menningbicks kimmt.“ Da einige von ihnen öfters die Freundin wechselten, was des öfteren auch einem Wohnungswechsel gleich kam, war ich mit Diogenes III. der ideale Umzugspartner. Nachdem ich Schränke und eine Liegefläche eingebaut hatte (umklappbar), baute ich hinten eine Sitzbank ein und wollte das Fahrzeug für vier Personen zulassen. Da der TÜV abgelaufen war, musste vorher eine Hauptuntersuchung durchgeführt werden. Es war alles o.K. Als der Prüfer die Plakette aufkleben wollte, schaute er hinten in den Kasten und sah die Sitzbank. Schon war’s passiert! Das Fahrzeug sei doch nur für zwei Personen zugelassen und ich hätte doch vier Sitzplätze. Als ich antwortete, dass ich ein höflicher Mensch sei und sich bei mir der Beifahrer aussuchen könnte, ob er vorne oder hinten sitzen wolle, war’s natürlich ganz aus. (Was dann folgte wäre eigentlich einen eigenen Bericht wert!) Da ich 1974 das nette Mädel ehelichte, das ich 1971 bei einem Treffen des Wiesbadener Clubs kennen lernte und sich auch noch Nachwuchs einstellte, war es mit dem Camping aus, und es sollte wieder einen neue Ente angeschafft werden. Also musste der AK weg. Die neue Ente wurde bestellt. Wieder ein 6er. Kaum war die Verkaufsanzeige für den AK in der Zeitung aufgegeben, fing das Getriebe an zu knirschen. Zum Glück hatte ich noch ein Ersatzgetriebe, jedoch nicht mehr die Zeit (Lust) zum Wechseln. Am Samstag dann ein mittleres Chaos. Das Telefon klingelte Sturm, und rund zehn Leute wollten den AK kaufen. Das defekte Getriebe machte nichts aus. Es gab fast Kämpfe untereinander, und ich war den AK los. Dann kam Diogenes IV. Er wurde in zwei Jahren 75.000 km gefahren und musste dann Diogenes V. weichen. Es folgten Diogenes VI. und VII., alles 2 CV 6, die ich jeweils zwei Jahre fuhr. Dann wollte meine Frau auch eine eigene Ente. Ich erklärte ihr, dass sie als Hausfrau ja Zeit hätte und ein älterer 2 CV mit 16 PS reichen würde. Ihr war das egal. Also konnte ich endlich wieder einen 16er anschaffen, Bj. 70 mit ca. 80.000 km. Dies war Diogenes VIII. Parallel dazu wurde Diogenes IV. angeschafft. Ich hatte nun einen 6er zum Fahren und einen 16er zum Basteln. Nachdem es meiner Frau und meinem Sohn in dem 16er im Winter zu kalt war, besorgte ich eine gebrauchte Standheizung und brauchte ca. drei Jahre um diese einzubauen. Als sie dann endlich funktionierte, hatte ich vom Basteln die Nase so voll, dass ich das Auto verkaufte und meine Frau von 16 PS auf 25 umstieg und Diogenes IX. übernahm. Da mittlerweile noch eine Tochter dem Sohn gefolgt war, wurde es in der Ente immer enger, und es wurde zur Freude meines Chefs ein GSA-Break als Zweitwagen, neben der Ente, angeschafft. Diogenes IX. läuft weiterhin prima und hat mittlerweile ca. 115.000 km auf dem Buckel. Ich hoffe nun, dass ich den richtigen Augenblick treffe um Diogenes X. zu kaufen, bevor der TÜV oder Zimmermann und Co. Mit irgendeiner Verordnung die Ente aus dem Verkehr ziehen. Citroen macht ja so etwas hoffentlich nicht freiwillig! Ich könnte ja einfach unserem Citroen-Händler eine Freude machen und jetzt schon einen 2 CV kaufen, aber ich will mich von Diogenes IX. nicht t rennen und für ein drittes Auto ist kein Platz da bzw. unser Sohn noch zu jung.
Dieser Bericht erstand 1984 zwischen Istanbul und Dhahran in ca. 10.000 m Höhe, womit wieder einmal bewiesen wäre, daß es eigentlich keinen Ort gibt, wo man nicht einen Bericht für das citroenchen schreiben könnte. Klaus Otto PS: Im Dezember 2004, nach 35 Jahren, steht Diogenes XII. vor der Tür und Diogenes XIII. und XIV. in meinen Garagen. Diogenes XV. liegt in Einzelteilen in Garage, Keller und sonst wo herum. Ein Ende ist nicht abzusehen. |
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