|
|
||
|
|
Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
|
zur Homepage
der |
![]() Greg Bracegirdle (re.) und Karsten Schreiber montieren spikelose Reifen für die Rückreise nach Deutschland. |
Helsingen
Sanomat
Wir trafen Greg Bracegirdle und Karsten Schreiber Entenfahrer umrundeten Lapplands Wildnis "Das ist kein Auto sondern eine Lebensart", lacht der Australier Greg Bracegirdle und dreht am Radmutternkreuz. Der rote 2CV ruckt und es werden leichtere Schlappen aufgezogen. Die Spikesreifen, mit welchen die Ente gerade vom Nordkapp zurückgekehrt ist, werden in den Kofferraum geladen. Das Auto, nein die Lebensart, fährt als nächstes von der Entengarage in Tuusulas Stadtteil Hyrylä zur Fähre, und danach tuckert sie ihren Besitzer, den Deutschen Karsten Schreiber, zur Garage in Saarbrücken nahe der französischen Grenze. In Deutschland sind Spikesreifen nicht erlaubt, aber auf Finnlands nördlichen Strassen waren sie mehr als notwendig. Anfang Februar geschah dies alles in umgekehrter Richtung. Die Lebensartente bekam in Hyrylä die Spikesreifen untergeschraubt und Schreiber richtete die Nase nach Norden aus. Bracegirdle las die Strassenkarten und die erste Übernachtung war in Vehu bei Soini. Ganz langsam füllte sich bei fortschreitender Dunkelheit der Hof des Gasthauses mit Gefährten, deren Gemeinsamkeit aus vier Rädern bestand. Der übrigen Gestaltung waren keine Grenzen gesetzt. 40 Enten, in denen jeweils zwei Personen aus 14 verschiedenen Ländern hockten, davon ein Dutzend Frauen. Die Teilnehmer der zehnten Raid Laponie hatten sich versammelt. Bei Tagesanbruch zockelte die Gruppe weiter in Richtung Nordkap. Nach Vehu zerstreuten sich die Enten auf kleinen Seitenstrassen und kamen gleichmäßig voran, dem gleichen Ruf folgend. Ursprünglich wurde das weichgefederte Gefährt für Bauern konzipiert, die mit der Bäuerin, Hund und Eierkorb auf holprigen Straßen fahren wollten, ohne die Eier zu beschädigen. Die Enten haben die ihnen gestellten Aufgaben todsicher erfüllt und das bereits seit dem Jahr 1948. Bei Auftreten eines Problems baute der Fahrer den Motor auf dem Seitenstreifen aus, reparierte ihn, baute ihn wieder ein und setzte seine Reise fort. Die Raid-Laponie-Gruppe fuhr weiter in Richtung Norden, schlängelte sich durch Schweden nach Norwegen. Dort zeigte sich das Können, in Form von guten Winterreifen. Alle durften am eigenen Leibe erfahren, weshalb sie gekommen waren: Schneetreiben, schneidende Kälte und wunderschöne Nordlichter. Am Ende erreichte nur ein Teil der Gruppe das Nordkap. Der Schnee verstopfte die Strassen, aber die Enten starteten jeden Morgen ohne größere Probleme. Der 1962 gegründete finnische 2CV-Club richtet die Raid Laponie Winterrundfahrt aus. Die gerade beendete Tour war bereits die zehnte. Auf einer vorangegangener Fahrt erlebten die Teilnehmer -44,2°C und waren begeistert. Im Jahr 2000 wurde eine Fahrt im Sommer ausgerichtet, und diese wurde aus gegeben Gründen Raid Mosquito genannt. Fahrer Schreiber und Kartenleser Bracegirdle sind nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal in einer Ente unterwegs. Beide haben sich bereits für die nächste Reise nach Schottland vormerken lassen. Der Bergbauingenieur Bracegirdle hat in seiner Garage vier Enten versammelt und der Marktforscher Schreiber eine weitere. Beide sind sehr zufrieden mit der Reise. Bracegirdle erinnert sich besonders an die faszinierenden Nordlichter und den gesäuerten Hering. Nordlichter würde er gerne ein weiteres Mal sehen, doch den Hering, eine schwedische Spezialität, lässt er lieber bleiben. "Furchtbar", lacht Greg bei der Erinnerung an den ausströmenden Geruch des Fisches. Auf den Seitenstrassen der finnischen Wildnis beobachteten sie Elche und einen in der Finsternis verschwindenden Luchs. Eine Ente machte persönlichen Kontakt mit einem Rentier. Auto und Insassen überstanden den Unfall recht glücklich, doch für das Rentier leuchteten die Nordlichter ein letztes Mal. Juhani Korhonen (Übersetzung: Nicole Ahtokivi) |
|
|
|
||