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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
23. Jahrgang 2004 - gegründet 1981

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  Helsingen Sanomat, 
Fr., 22.8.2003
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Schweden genießen den 'Aromafisch', der von Finnen zu Tierfutter verarbeitet wird

Der Hapansilakka (gesäuerter Strömling, eine Heringsart) ist wohl als starkes Gegengift gedacht gegen eine sich in der schwedischen Gesellschaft ausbreitende Strömung der Meinungs- und Parteilosigkeit. Diese macht die Gesellschaft geruchs-, geschmacks- und farblos.

Der Hapansilakka riecht nach gärendem Pferdekot und der Geschmack gleicht demselben. Die Farbe von Schwedens Nationaldelikatesse ist schwer zu beschreiben, denn während des Genusses konzentrieren sich alle Sinne auf eines: zu überleben.

Der Fisch hat auch Langzeitwirkungen: Der Atem riecht außergewöhnlich lange und unangenehm, und das aufsuchen einer öffentlichen Bedürfnisanstalt ist nach einem Hapansilakka-Fest tunlichst zu vermeiden.

Dieses Jahr erreichte die neue Ernte Schwedens Geschäfte am Donnerstag, den 21.8.. Manche haben die Delikatesse erwartet wie die Weinexperten Frankreichs den neuen Weinjahrgang. Echte Liebhaber jedoch gedulden sich wiederum einige Monate mit dem Genießen der Delikatesse, bis der Gärungsvorgang in der Dose seinen Höhepunkt erreicht hat und der Dosenboden sich leicht zu wölben beginnt. Erst dann ist der Inhalt am schmackhaftesten. Manche bewahren die Dosen sogar mehrere Jahre auf und behaupten, dadurch werde der Fisch so weich, dass er "auf der Zunge zergeht".

Eine Dose Hapansilakka kostet rund vier Euro und ist derzeit in Stockholms Edelrestaurants der Renner der Saison. So wie der Fisch muss auch der Mensch gereift sein, damit die Delikatesse schmeckt, behaupten die Fischkenner.

In der Branche wird der Fisch auf einem Teller angerichtet, und nur Amateure benutzen bei dessen Verzehr Besteck und Serviette, während Kenner diesen mit den Fingern essen. Wenn der Geruch sich auf der Haut ausbreitet und auch noch nach dem Verzehr wahrgenommen werden kann, ist der Genuss am größten.

Gut ein halbes Dutzend Hersteller sind auf dem Markt vertreten. Marktführer ist Röda Ulven (Roter Wolf), welcher gut 250 Tonnen jährlich produziert. Eine weitaus größere Menge ließe sich veräußern, versicherte Produktionsleiter Thomas Hägglund, wenn die Finnen das gefischte Rohmaterial nicht zu Tierfutter verarbeiten würden. Seiner Meinung nach grenze es an Barbarei, dass die von den Schweden verfeinerte Delikatesse im Nachbarland als Rohfisch an die Nerze verfüttert werde.

Die Produktion des Hapansilakkas beginnt Ende April mit dem Fangen des Strömlings. "Wir entnehmen dem Fisch die Innereien und entfernen den Kopf. Danach wird er für 24 Stunden in eine starke Salzlösung eingelegt", beschreibt Hägglund. Danach wird der Fisch eingedost, und der mehrere Monate dauernde Prozess der Säuerung beginnt. Der Fisch ist am dritten Donnerstag im August reif zum Verzehr. Dies ist für die Hapansilakka-Fanatiker ein Feiertag.

Übersetzung: Nicole Ahtokivi

Andre hat folgende Anekdote hinzuzufügen, die ein Beispiel für die finnische Nationaleigenschaft "Sisu" ist, die man braucht, um Surströmming essen zu können:

André fand beim Auspacken des 2CVs nach der letzten Raid am Boden des Kofferraums eine leere Dose Surströmming. Die ganze Fahrt hatte er sich über den Ursprung des strengen Geruchs im Auto gewundert. Er schrieb Henkka, dem Organisator der Raid, eine SMS: "Henkka, ein Wunder ist geschehen! Ich habe eine leere Dose Surströmming in meinem Kofferraum gefunden!" Henkka antwortete prompt: "Ich liebe Wunder!"

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