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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
23. Jahrgang 2004 - gegründet 1981

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Aus aller Welt

Post aus Argentinien: "Mein zweiter AK ist ein AZU"

Nachdem ich mir in den 70er Jahren des vorigen Jahrtausends einen AK zulegte, mit dem ich dann in 15 Jahren Gemeinsamkeit einige Fernreisen unternahm, musste ich meinen „treuen Freund“ aus „gesundheitlichen und Altersgründen“ 1990 das „Gnadenbrot“ geben. Bis zum heutigen Tag können wir uns jeden Tag sehen, er hat einen schönen und sonnigen Platz in meinem Garten erhalten.

In den letzten Jahren habe ich meine Fernreisen dann mit einer „normalen“ Ente erfolgreich und mit viel Freude durchgeführt. Da ich notorischer Camper bin, kam bei ungünstiger Witterung immer mal wieder die Erinnerung an den gemütlichen AK auf, wie gut ich darin bei einer Tasse Kaffee Sturm, Regen und Schnee trotzen konnte.

Ein neuer AK könnte mein Wohlbefinden auf langen Reisen erheblich steigern, so meine träumerische Vorstellung für die Zukunft.  

Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Bei einem Besuch meines Freundes Walter Scheffer im Frühjahr dieses Jahres in Südamerika, erfuhr ich von ihm, dass in seiner Nachbarschaft ein AZU Camioneta Citroen, Baujahr 1970, 6 Volt Anlage mit 16 PS Motor und „Selbstmördertüren“ angeboten wurde. 

Der AZU stammt aus argentinischer Produktion, hat nur zwei Vordersitze, ist noch original und komplett und für sein Alter und für „paraguaische Verhältnisse“ in einem guten Zustand.

Nachdem Walter aus "familiären Gründen" Abstand vom Kauf genommen hatte, stand bei mir sofort der Entschluss fest: das gibt meinen „neuen AK“. Der AZU gefiel mir sofort und sollte „ohne Gringoaufschlag“ umgerechnet 200€ kosten. Und das mit gültigen Papieren, was in Paraguay nicht so selbstverständlich ist.

Nach eingehender Besichtigung von innen, außen und Blicken unter den Wagen wurde der AZU  bei viel „Matetrinken“ gekauft. Der Kauf war ein echtes Ritual. Ich bekam ein umfangreiches, 18-seitiges, notarielles Vertragsdokument mit vielen amtlichen Stempeln und Gebührenmarken. Es trägt den Titel:

„Registro de Contratos Publicos Nr. 101, Repubblica de Paraguay”

Darin ist  vom Notar und der paraguaischen Administration der “Lebenslauf” des AZU detailliert beschrieben. Der Kaufvertrag einer Immobilie in Deutschland ist auch nicht umfangreicher.

Somit bin ich stolzer und glücklicher Besitzer eines argentinischen 16 PS AZU`s.

Ein Name war auch schnell gefunden. Mein alter AK hörte auf den Namen „der Dicke“. Zum AZU, so finde ich, passt am besten die Anrede „kleine Dicke“.

Das Fahrzeug steht jetzt bei Walter und wird dort von ihm restauriert. Damit kann er dann Reisen unternehmen, wenn seine „Sahara-Ente“ Ruhe braucht und für meine nächsten Südamerika-Reisen steht mir ein „Traumauto“ zur Verfügung.

Eckard Schmidt

(Anmerkung der Redaktion: Klaus Otto fährt auch mit, wenn er Zeit hat.)

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