zurück zum Text Newsletter  zum Text home zum Text Archiv zum Text Anzeigen zum Text 2CV-Treffen zum Text 2CV-Clubs zum Text Impressum



Doppelklick auf die Bilder
führt zu größeren Bildern.

Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
23. Jahrgang 2004 - gegründet 1981

zur Homepage der
Happy Ents Saarbrücken

www.happyents.de

klaus.gif (72941 Byte)
1988: 40 Jahre Klaus Otto

nach oben  nach oben
zum Verzeichnis 

Technik

1: Die Fehleranalyse

Vorsorge ist besser als heilen

Entenbesitzer, die nach den vorgeschriebenen Intervallen die Wartungsarbeiten in eigener Regie durchführen, braucht diesen Beitrag eigentlich nicht zu lesen. Moderne Fahrzeugteile sind so zuverlässig, dass sie vorgegebene Wartungsintervalle überstehen, ein unvorhergesehenes Versagen ist relativ selten. 

Fehler treten in der Regel nicht urplötzlich auf, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Größere mechanische Schäden kündigen sich in meist über Hunderte von Kilometern an. Teile jedoch, die gelegentlich ohne jegliche Vorwarnung versagen können, sind meist klein und können mitgeführt werden.

Bei der Suche nach Fehlern, die nicht augenscheinlich sind, zahlt es sich aus, erst zu denken und dann zu handeln. Wer ein halbes Dutzend oberflächlicher Einstellarbeiten oder Austauschaktionen startet, mag vielleicht den Fehler beheben oder dessen Symptome beseitigen, den wirklichen Grund kennt er jedoch immer noch nicht, und er hat Geld und Zeit verschwendet. 

Vor der eigentlichen Arbeit lohnt sich also immer etwas Besinnung und logisches Denken. Hierbei sind stets auch Symptome mit zu bedenken, die vor Eintritt des momentanen Fehlers in Erscheinung getreten sind, so zum Beispiel ein Nachlassen der Beschleunig, ein übermäßig hohes oder niedriges Anzeigen irgendwelcher Instrumente, ein ungewöhnliches Geräusch oder ein merkwürdiger Geruch. Bedenken wir bitte: Das Versagen einer Sicherung oder einer Birne oder einer Zündkerze z.B. kann immer auch ein Hinweis auf eine noch nicht bedachte andere Störung sein.

Grundregeln der Fehlersuche

Will der Wagen nicht starten oder bleibt er unterwegs unvorhergesehen liegen, sind stets einige Grundregeln zu beachten.

  • Prüfe zuerst: Ist der angenommene Fehler wirklich da? Dies gilt besonders dann, wenn Dich ein Dritter um Hilfe ersucht, der den Fehler vielleicht nicht ganz genau beschrieben hat.

  • Übersehe keine Selbstverständlichkeiten! Bestes Beispiel: Ist wirklich noch Benzin im Tank, wenn der Wagen nicht starten will? Verlass Dich nicht auf die Aussage Dritter oder die Anzeige der Benzinuhr. Ist ein Fehler in der Elektrik das Problem, suche zuerst ein loses oder abgefallenes Kabel, bevor irgendwelche Testgeräte hervorgekramt werden.

  • Beseitige den Fehler und nicht nur das Symptom! Das Problem ist z. B. nicht dadurch gelöst, dass eine leere durch eine geladene Batterie ersetzt wird, wenn diese geladene Batterie in ein paar Tagen ebenfalls leer ist. Ähnlich sieht es mit dem Austausch verölter Zündkerzen aus: Der springt zwar mit neuen Kerzen wieder an, das Verrußen bzw. Verölen der Zündkerzen muss aber eine Ursache gehabt haben, die beseitigt werden muss (es sei denn, man hatte in der Tat Kerzen mit falschem Wärmewert  zuvor eingebaut). 

  • Auch das verwendete Ersatzteil kann defekt sein, besonders, wenn es mehrere Monate im Kofferraum hin und her geflogen ist. Verlass Dich auch nicht darauf, dass ein Teil angeblich gerade erst erneuert worden sei. (Ich habe schon mal einen Motor getauscht und hinterher festgestellt, dass nur die Zündspule defekt war).

  • Zwei Fehler: Manchmal treten zwei Fehler gleichzeitig auf. Wird einer behoben, funktioniert immer noch nichts und man glaubt, es sei ein anderer Fehler gewesen. Weitersuchen!

Fehler in der Elektrik

  • Lose oder korrodierte Kabel: Fehler in der Elektrik verursachen vielen Entenfahrern mehr Kopfzerbrechen als ein mechanischer Defekt. Doch gerade hier empfiehlt sich logisches Denken. Die Kabel im Auto Erschütterungen, Hitze und aggressiven Chemikalien ausgesetzt. Daher schauen wir zuerst nach losen oder durch Korrosion angegriffenen Kabeln oder Kabelverbindern. Auch ein Kabelbruch kommt in Betracht, insbesondere an den Kabeldurchführungen durch die Karosserie.

  • Schlechte Masseverbindung: Der Minuspol der Batterie ist mit der metallischen und damit elektrisch leitfähigen Karosserie ("Fahrzeugmasse") verbunden. Alle elektrischen Geräte sind mit einem Pol ebenfalls mit der Karosserie verbunden, entweder über ein separates Kabel oder durch direkte Verschraubung mit dem Fahrzeug. Wenn die Verschraubungen des Teiles lose oder angerostet ist, ist die Masseverbindung und damit die Verbindung mit dem Minuspol der Batterie unterbrochen. Der Stromkreis ist nicht geschlossen, und das elektrische Bauteil kann nicht funktionieren (Häufige Beispiele: vordere Blinker; Innenleuchte).

  • Batteriekabel: Der Getriebe und der damit fest verschraubte Motor sind durch ein kurzes dickes Kabel mit dem Minuspol der Batterie verbunden. Ein gelbes Kabel vom Minuspol der Batterie ist an der Spritzwand verschraubt und erdet damit die Karosserie und den damit verschraubten Rahmen. Sollten diese Verschraubungen locker oder gar ganz abgefallen sein, kann dies zu Problemen bei dem Anlasser, der Beleuchtung oder der Zündung führen.

  • Fehler im Kabelbaum: Ist die Masseverbindung in Ordnung, muss der Fehler an dem fraglichen Teil oder dem Kabel dorthin liegen. Ist ein Kabel im Kabelbaum unterbrochen, ist der Stromkreis nicht mehr geschlossen. Mit einer 12V-Prüflampe mit Krokodilklemme (an Fahrzeugmasse / Minus der Batterie) prüft man, ob an dem fraglichen Bauteil +12V anliegen, wenn man es einschaltet. Wenn nicht, am Schalter weiter prüfen. Gibt der Schalter 12 V in den Kabelbaum, am anderen Ende "kommt  aber nichts an", ist das fragliche Kabel wahrscheinlich unterbrochen. Dann hilft überbrücken mit einem Ersatzkabel. 

  • Kurzschlüsse: Wenn ein Kabel an der Karosserie oder an einem anderen, geerdeten Teil scheuert, entsteht ein Kurzschluss (beliebte Schwachpunkte: Kabelbaum unter dem Luftfilter; Blinkerkabel auf Auspuffkrümmer; Kabeldurchführungen durch die Spritzwand). Hoffen wir, dass lediglich eine Sicherung durchbrennt. Ist der Stromkreis jedoch nicht abgesichert (das gibt es in der Ente zuhauf), kann das Kabel verschmoren, weitere Kurzschlüsse verursachen oder gar abbrennen. Aus diesem Grund nie eine Sicherung durch eine stärkere ersetzen oder mit Alu-Folie o.ä. flicken! Den Grund für den Kurzschluss suchen!

  Fehler und Ursache Abhilfe
  Der Motor springt nicht an
  Die Batterie ist leer

Aufladen der Batterie
Anlassen mit Starthilfekabel
Ankurbeln
Anschieben

  Plus- oder Minuskabel an der Batterie korrodiert oder nicht fest

Das Minuskabel am Getriebe ist in sich gebrochen

Kabel zum Anlasser bzw. Anlasser ist locker oder brüchig

Pole und Polklemmen reinigen, mit Polklemmenfett einschmieren, festziehen

Durchgang der Kabel mit Prüflampe prüfen

  die hinten am Zündschloss aufgesteckten Kabel sind locker oder abgefallen wieder aufstecken, ggf. etwas zusammenbiegen
  Zündschloss ist defekt Kontaktplatte ersetzen
  Der Anlasser ist defekt Anlasser austauschen oder reparieren lassen
  Der Anlasser dreht den Motor nur langsam durch.
  Die Batterie ist zum Teil entladen Aufladen
  Korrosion an den Batteriepolen Polklemmen und Batteriepole reinigen, mit Polklemmenfett fetten
  Verbindung vom Minuspol der Batterie zum Getriebe korrodiert Alle Verbindungen reinigen, ggf. abschleifen, mit Polklemmenfett fetten, 
  Verbindung zwischen Minuspol der Batterie und Getriebe ist lose oder abgefallen  festziehen
 

Kabel am Anlasser ist locker

festziehen
  Anlasser verschlissen (Kohlen, Lager, Kommutator) Anlasser Austauschen oder überholen lassen
  Der Anlasser dreht sich zwar, aber nicht der Motor.
 
  Magnetschalter oder Ein- bzw. Ausrückmechanismus im Anlasser defekt. Folge: Das Zahnrad am Anlasser greift nicht in die Schwungscheibe Anlasser reparieren lassen oder austauschen
wer's kann: Magnetschalter reinigen
  Zähne am Schwungrad beschädigt oder verschlissen Schwungrad austauschen
  Der Motor dreht, springt aber  nicht an.
  Feuchte oder rissige Zündkabel Zündkabel von Kerze ziehen und an Masse halten. Kommt hier ein Funke? Wenn nein, Zündkabel ersetzten.
 

Zündspule prüfen ob Anschlüsse fest. Eventuell hat Zündspule einen Riss, auf austretendes Öl untersuchen. Wenn möglich, das ganze mit einer zweiten Person im Dunkeln versuchen: Einer startet, der Andere schaut vorne im Motorraum ob irgendwo Funken springen.

Anschlüsse fest aufstecken

Zündspule austauschen (probeweise von anderer Ente)

  Keine Benzinzufuhr: Benzinschlauch am Vergaser abziehen und prüfen, ob Benzin fließt, wenn nein: Kein Benzin im Tank oder Benzinpumpe fördert nicht.  Tanken

Benzinpumpe austauschen

  Tankentlüftung im Tankdeckel verstopft, es entsteht Unterdruck im Tank (wir haben durch diesen Unterdruck schon eingebeulte Tanks erlebt). Tankdeckel öffnen und dabei genau hinhören, ob man ein zischendes Geräusch hört.  Wenn danach der Wagen wieder anspringt,  Entlüftungsbohrung im Tankdeckel reinigen oder Deckel austauschen
  Bei heißem Motor Choke zu weit gezogen. Reinschieben und erneut starten. 
  Bei kaltem Motor Choke nicht genug gezogen. Choke weiter ziehen
  Dreck zwischen den Zündkerzenelektroden oder falscher Elektrodenabstand Kerze mit weicher Messingbürste säubern und Abstand mit Lehre auf 0,7 mm einstellen.
  Unterbrecherkontakt verschmutzt oder Kontaktabstand falsch Kontakte reinigen (mit Bremsenreiniger) oder besser ersetzen, Abstand auf 0,4 mm einstellen 
  Der Motor zündet, springt aber nicht an bzw. läuft nicht “rund“.
  Der Choke ist bei kaltem Motor nicht weit genug gezogen. Choke die ersten 2-3 km ziehen
  Motor zieht am Vergaser Nebenluft  Vergaserfußschrauben festziehen
  Motor zieht an der Dichtung zwischen Krümmer und Zylinderkopf Nebenluft 

Krümmerdichtungen überprüfen. Wenn ok, Krümmer festziehen wie folgt: 

Ventildeckel abnehmen, Zylinderkopfschrauben etwas lösen, Krümmerschrauben festziehen (Drehmoment 14 - 19 Nm), Zylinderköpfe mit vorgeschriebenem Drehmoment anziehen (1. Runde 10 Nm, 2. Runde 25 Nm), Ventildeckel wieder montieren (5-7 Nm) 
  Fehler in der Benzinversorgung In diesem Zusammenhang kommt auch ein klemmendes Schwimmernadelventil in Betracht.
  Der Motor geht plötzlich aus und springt nicht wieder an
  Lockere oder abgefallene Kabel an Zündspule oder Zündkabel. befestigen oder ersetzen
 

Feuchte Zündkerzenkabel oder feuchte Zündspule.

sorgfältig trocknen und reinigen
  defekter Kondensator ersetzen
  defekte Zündspule ersetzen
  Motor hat Fehlzündungen, bevor er ausgeht und nicht wieder anspringt
  Leerer Benzintank tanken
  Benzinfilter verstopft oder Benzinpumpe defekt austauschen
  Schwimmernadelventil im Vergaser sitzt fest. Vergaser reinigen, Schwimmernadelventil austauschen
  Düsen im Vergaser verstopft Vergaser zerlegen und reinigen, Düsen und Kanäle mit Pressluft durchblasen
  Motor ist überhitzt
 

Ölstand zu niedrig oder falsche Viskosität 

richtiges Öl nachfüllen
Sommer: 15W40, 
Winter: 10W40 oder 5W40 
  Winterabdeckung des Kühlergrills nicht entfernt bei mehr als +10°C entfernen
  Ölkühler von außen verschmutzt mit Bremsenreiniger und Druckluft reinigen (keine Drahtbürste oder scharfen Gegenstände nehmen!)
  Luftleitbleche am Motor lose, beschädigt oder abgefallen festschrauben, ggf. ersetzen
  Zündung falsch eingestellt richtig einstellen
  Die Öldruckanzeige leuchtet bei laufendem Motor auf
  Ölstand ist zu niedrig oder das Öl hat die falsche Viskosität richtiges Öl nachfüllen
Sommer: 15W40, 
Winter: 10W40 oder 5W40 
  Der Öldruckschalter ist defekt austauschen
  Das Kabel vom Öldruckschalter zur Kontrollleuchte hat Masseschluss prüfen, ersetzen
  im Standgas nach Autobahnfahrt, verlischt beim Gas geben: Überhitzter Motor  abkühlen lassen
  Ölfilter ist wegen Verschmutzung verstopft regelmäßig wechseln (spätestens alle 20.000 km)
  Ölüberdruckventil im Motor defekt/klemmt reinigen, ggf. ersetzen
  die Hauptlager der Kurbelwelle sind verschlissen neuer Motor
  ungewöhnliche Motorgeräusche: Klingeln beim Beschleunigen, v.a. am Berg/aus niedrigen Drehzahlen
  falsches Benzin getankt, zu wenig Oktan Super / Super Plus tanken (sollte nur für 29, 30, 32-PS-Motoren nötig sein)
  Zündeinstellung stimmt nicht, zu viel Frühzündung einstellen
  Fliehgewichte zur Zündverstellung defekt ersetzen
  Ausgeschlagener oder falsch eingestellter Vergaser ersetzen/einstellen
  Übermäßige Verbrennungsrückstände im Motor Motor überholen
  Pfeifen oder Zischen
  Der Vergaser ist undicht bzw. leckt Abdichten, ggf. erneuern
  verschlissene Dichtungsringe am Kurbelgehäuse erneuern
  Klappern
  Ventilspiel zu groß richtig einstellen (lieber zu groß als zu wenig!)
 

Ventilführungen verschlissen
Gebrochene Kolbenringe

Motor überholen
  Klopfendes Geräusch
  Unbeabsichtigte mechanische Kontakte, z.B. Lüfterflügel am Lüftergehäuse, Auspuff am Wagenboden Gehäuse richten

Auspuff richtig verlegen

  Keilriemen verschlissen ersetzen
  Defekt an einem Nebenaggregat, z.B. an der Lichtmaschine. ersetzen
  Ausgeschlagene Hauptlager der Kurbelwelle (Rumpeln und Klopfen, u.U. stärker unter Last) Motor überholen
  Kolbenkipper (insbesondere bei kaltem Motor zu hören) Kolben, Ringe und Zylinder tauschen
  Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, doch dies sind die häufigsten Schäden. 

zurück zum Text Newsletter  zum Text home zum Text Archiv zum Text Anzeigen zum Text 2CV-Treffen zum Text 2CV-Clubs zum Text Impressum

© 2004 by Citroënchen Wiesbaden