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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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Bericht von einem Rahmentausch Nachdem mein alter Rahmen nach 16 Jahren Korrosion nur noch vom Entenhäuschen zusammengehalten wurde, fasste ich unter Mitwirkung von Frau und Kind den Entschluss, Zeit und Geld in einen feuerverzinkten Rahmen zu investieren, den ich selbst einbauen wollte. Um das Ergebnis vorwegzunehmen, sei gesagt, dass mir das unter der zeitweisen Mithilfe eines qualifizierten Handlangers in drei Tagen gelungen ist -- weitere eineinhalb Tage gingen dafür drauf, das Häuschen von Eisenoxid zu befreien, wenn schon mal gut beizukommen war. Zuvor hatte ich mittels Datenfernübertragung um Tipps und Tricks von Menschen gebeten, die diese Arbeit schon mal durchgeführt haben. Dankenswerterweise erhielt ich auch eine freundliche Antwort -- allerdings erst nachdem alles erledigt war, zumal ich ziemlich schnell bei der Sache war, weil ich auf mein Entchen als Alltagsfahrzeug dringend angewiesen bin. Außerdem beschränkte sich die Hilfestellung auf die denknotwendige Ausführung der Arbeiten und deckte sich ziemlich genau mit den Anweisungen, die zum neuen Rahmen gehörten, die ich auch erst nach Durchführung der Arbeiten erhielt. Ich will mich ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier auf wenige Punkte beschränken, die nicht in den mir zugänglichen Quellen aufzufinden waren, und die ich durch freundliche Menschen mündlich beziehungsweise durch eigenes Leid (Lernen durch Schmerzen) erfahren habe -- das größte, aber eigentlich auch einzige Problem ist das Umbauen der Federtöpfe an den neuen Rahmen! Am besten schon Tage vor dem Angriff die großen 46er Muttern an de Halterungen der Federtöpfe mit Caramba, WD-40 oder ähnlichem rostlösendem und schmierendem Zeug bearbeiten. Dabei insbesondere in die Schlitze an den vorderen Halterungen sprühen. Auch die Metallabdeckungen zwischen den Halterungen und den Gummis vor den Federtöpfen einweichen! Nachdem die 46er Muttern nach vorne und hinten abgeschraubt sind, müssen nämlich die Rohre, auf denen diese Muttern sitzen, nach vorne aus den Halterungen gezogen werden, damit man dann mit der dünnen Stange zur Seite aus den Schlitzen kann. Problematisch ist dabei, dass die Rohre mit den Federtöpfen, den Halterungen und vor allem mit den Metallabdeckungen vor den Gummis zusammengerostet sein können, so dass man sie nicht nach vorne aus der Halterung herausziehen kann, wie man gern möchte. Davon nicht irritieren lassen: Wo Gewalt nicht hilft, hilft viel Gewalt. (Ich habe schließlich die Halterungen vom alten Rahmen weg geflext und verschiedene Teile mit dem Schweißbrenner heißmachen müssen, damit diese sich ausdehnen, bevor ich alles auseinander hatte.) Leider lassen sich die Federtöpfe nicht verkehrt herum einbauen. Das wäre angesichts der Tatsache günstig, dass sie vorne aufgrund des Spritzwassers von den Vorderrädern mehr verrostet sind als hinten in ihrem eigenen Windschatten. Jedoch sind die Federn für die Vorderachse wegen der höheren Belastung (Gewicht des Motors) anders ausgelegt. Die Fahrgestellnummer sollte man aus dem alten Rahmen heraus flexen, damit man sie den TÜV-Menschen unter die Nase halten kann, wenn man sich den neuen Rahmen eintragen lassen möchte. (Dazu am Ende noch eine Anekdote.) Bevor man die zum neuen Rahmen gehörenden Bleche oben und unten an diesem befestigt, Dämmmatten (etwa Terodem SP 300 -- eine Packung für ungefähr 26,- Euro mit 4 Platten in dem Maß 50 cm auf 50 cm reicht aus) so zuschneiden und auf die Innenseiten der Bleche aufkleben, dass sich diese um die Streben des Rahmens herum befinden. Damit wird dieser Resonanzkörper deutlich entschärft. Löcher, die für die Befestigung des unteren Bleches mit Nieten in den Rahmen gebohrt werden müssen, habe ich mit Zinkspray behandelt (kann anschließend auch auf die Nietenköpfe gesprayt werden). Vor dem Verschließen des Rahmens mit den Blechen habe ich ordentlich Hohlraumspray darin verwendet und auch die Kontaktflächen mit den den Rahmen verschließenden Blechen besprüht. Solches Hohlraumwachs habe ich auch von außen überall auf dem Rahmen aufgetragen. Das ist viel besser als Unterbodenschutz, weil es kriecht und nicht abplatzt, sondern sich bei Wärme immer wieder gut verteilt und auch in Ritzen kriecht. Vor allem aber kann sich unter Unterbodenschutz auch Feuchtigkeit sammeln -- Unterbodenschutz ist beinahe ein Rosturteil für alle Fahrzeuge! Ansonsten hilft gegen Rost nur noch das Auftragen von Fett. Sollte jemand den Rahmen vorher noch lackieren wollen, bitte dabei beachten, dass für Zink spezielle Grundierungen (besser Fachhandel statt Baumarkt) benötigt werden -- alle anderen blättern ab! Wirklich sicher geht man, indem abschließend "`FLUID FILM Liquid A"' zur Konservierung auftragen wird (Mittel zum Korrosionsschutz in Ballasttanks von Seeschiffen sowie an Offshore-Einrichtungen; siehe http://www.fluidfilm.de. Nun nur noch kurz die Geschichte mit der Eintragung des neuen Rahmens: Bei der DEKRA wollte ein Ingenieur die Abnahme vornehmen, ein anderer dagegen nicht, weil links und rechts neben der in den neuen Rahmen eingeschlagenen Fahrgestellnummer eine Begrenzung vorhanden sein muss (beim alten Rahmen das Markenzeichen von Citroën). Dies könne nur der TÜV machen, der dafür besondere Schlagzeichen habe. (Das Argument kann fast vollumfänglich entkräftet werden, indem man sich selbst eine Begrenzung -- etwa ein Sternchen oder so -- verschafft.) Ich musste aber sowieso zum TÜV, weil nur dieser die Eintragung anderer Reifengrößen neben den alten vornehmen darf. Ich habe mir nämlich 135/70/15 eintragen lassen, die den Smart vorne bereifen, um Beschaffungsprobleme zu vermeiden und die Herstellerauswahl zu vergrößern, und weil es auch Winterreifen gibt. Das ist aber eine andere Geschichte, von der ich getrennt berichte -- nur soviel sei gesagt: Man muss sich einen TÜV-Ingenieur suchen, der sachlichen Argumenten zugänglich ist und standesgemäß ausrechnen kann, dass das Tacho wegen den niedrigeren Reifenquerschnitts lediglich drei bis vier Prozent vorgehen wird, was auch bei bereits vorhandenem Vorgehen noch innerhalb der Toleranz liegen dürfte und besser als Nachgehen ist. Beim TÜV erlebte Horror. Ich kam rein und nach einer freundlichen Begrüßung sagte ich dem anwesenden "Techniker" erst mal, dass ich einen neuen Rahmen eintragen lassen wolle. "Einen feuerverzinkten?" -- "Ja." -- "Das geht nicht." -- "Warum bitte sollte das nicht gehen?" -- "Weil das das erste war, was wir auf der Schule gelernt haben." -- " ??? " Das mit den Reifen ließ sich hier auch nicht klären. Ich musste vielmehr unqualifiziertes Gesabbel anhören ("`So wie die Reifen aussehen, stimmt die Spur überhaupt nicht."' usw.), das nur noch von der Unfähigkeit auf sachliche Argumente einzugehen, die auf technischen Grundkenntnissen beruhen, übertroffen wurde. Die Höhe war, dass mir eine Vollabnahme angekündigt wurde, obwohl ich noch 21 Monate mit einer solchen Zeit hatte! Aber soweit ist es erst gar nicht gekommen, weil viele andere Argumente vorgebracht wurden, die eine Eintragung verhindern sollten. Das Beste davon war, der Ingenieur sei nicht in der Lage, dem mit dem neuen Rahmen mitgelieferten Gutachten zu entnehmen, das sich dieses auf denselben beziehe -- ich könne ihm da schließlich alles erzählen! (Es spricht für sich, dass der Ingenieur trotz seiner Ausbildung nicht über die intellektuellen Fähigkeiten verfügte, die erforderlich sind, um die in den Rahmen eingeschlagene Seriennummer mit den Angaben in dem Gutachten zu vergleichen.) Nachdem ich mit viel Geduld alles entkräftet hatte, was gegen eine Eintragung vorgebracht worden war, holte der Ingenieur seinen letzten Giftpfeil aus dem Köcher (ich wäre so dankbar gewesen, wenn er das gleich am Anfang des Gesprächs getan hätte anstatt mich erst 40 Minuten mit seinen Ausführungen zu misshandeln!): Ich bräuchte einen Nachweis, dass der alte Rahmen ordnungsgemäß entsorgt worden sei! Der andere TÜV-Ingenieur, der die Eintragung vornahm und bei dem alles überhaupt kein Problem sein sollte, der außerdem sachlich, kompetent und freundlich war, meinte dazu eben, am sichersten sei es, die Fahrgestellnummer aus dem alten Rahmen herauszutrennen und vorzulegen. Zu beachten ist hinsichtlich der Eintragung außerdem nur, dass der TÜV sie im Fahrzeugbrief vornimmt (diesen also unbedingt mitnehmen) und die Zulassungsstelle diese in den Fahrzeugschein überträgt und im Brief noch abstempelt. Björn Eiselt mit Esther und Sebastian in EM-DJ 49 Anmerkung der Redaktion: Die Angaben zur TÜV-Eintragung beruhen auf einer Einzelerfahrung des Autors von 2004. Das Procedere unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland und von TÜV-Stelle zu TÜV-Stelle. Wir hatten in Saarbrücken 01/2006 keine Probleme mit der Eintragung eines nachgebauten "Originalrahmens" der Firma F.W.Meisen aus Jüchen. Allerdings stellte der TÜV nur noch einen Prüfbericht aus, und die Zulassungsstelle erstellte die Zulassungsbescheinigung 1 und 2. Den guten alten Fahrzeugbrief gibt es in der Form seit 2006 nicht mehr. |
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