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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
24. Jahrgang 2004 - gegründet 1981

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Happy Ents Saarbrücken

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Ich fang mal mit dem Schluss an – man stelle sich das Gesicht eines Reifenhändlers nach folgendem Dialog vor: [Nach freundlicher Begrüßung] ”Der Smart hat doch 135/70/15 Reifen vorne drauf?“ – ”Ja.“ – ”Die müssten doch auf eine vier Zoll breite und 15 Zoll hohe 4j15-Felge passen.“ – ”Ja.“ – ”Gut, dann hätte ich gerne vier solche Smartreifen für meine Ente.“  Nachdem die noch zu erwähnende Geschichte mit dem TÜV erzählt wurde, auf die der Reifenhändler bloß ”Ja sag’ bloß, dort gibt es auch noch Menschen“ meinte, habe ich also vier neue Reifen für meine Ente bestellt. 

Ich weiß zwar nicht, wie verbreitet die Kenntnis über die Möglichkeit mit den Smartreifen in Entenkreisen derzeit ist, bekannt ist aber sicherlich, dass für den 2CV regulär1) nur noch Firestone-Reifen erhältlich sind, die aber nichts taugen – zumindest waren meine nach nur 15.000 km komplett fertig mit der Welt. Inwieweit sich die Smartreifen für die Ente bewähren werden, wird sich zwar erst zeigen, schlimmer als die Firestones können sie aber wohl kaum sein. Vor allem jedoch hat man wieder die Aussicht, auf Dauer neue Reifen zu normalen Preisen kaufen zu können. Man kann sogar zwischen zur Zeit zumindest zwei Herstellern wählen (Continental und Hankook), und es gibt sogar Winterreifen! 

Ich habe mich für die Hankook-Reifen entschieden, und meinem Eindruck nach fahren diese sich auf jeden Fall bedeutend besser als die Firestones und als die früher erhältlichen Uniroyal: sie federn besser ab, obwohl ich 0,2 bar mehr Luftdruck drin habe, das Entchen liegt besser auf der Straße und läuft sogar noch schneller, selbst wenn man 5 % von der Tachogeschwindigkeit wegen des geringeren Ablaufmaßes der Reifen abzieht. Dementsprechend müssten sie auch für den Benzinverbrauch gut sein, so dass lediglich abzuwarten bleibt, wie weit man mit diesen Reifen kommt, bevor sie abgefahren sind. 

Nun noch kurz die Geschichte mit dem TÜV und damit zum einzigen Haken an der Sache: Ich war natürlich beim TÜV, bevor ich zum Reifenhändler ging – und zwar bei drei verschiedenen Prüfstellen. Das heißt, zuvor war ich noch bei der DEKRA, erhielt dort aber die Auskunft, dass solche Änderungen nur vom TÜV genehmigt werden dürfen. 

Der erste TÜV-Ingenieur gab an, mein Vorhaben müsse eigentlich durchführbar sein. Ich solle mir aber, bevor er die Eintragung der neuen Reifengröße vornehme, die Reifen auf eigenes Risiko (!) kaufen und montieren lassen, damit er sich das dann anschauen könne! Beim zweiten TÜV-Ingenieur erhielt ich rundweg die Antwort, das könne auf gar keinen Fall gehen. 

(Es sei noch erwähnt, dass ich mir außerdem zugleich einen neuen feuerverzinkten Rahmen eintragen lassen wollte, den ich montiert hatte, nachdem mein alter nach 16 Jahren Korrosion nur noch vom Häuschen zusammengehalten wurde. Das wiederum ist eine andere Geschichte, von der ich getrennt berichte; nur soviel sei gesagt: am besten die alte Fahrgestellnummer aus dem kaputten Rahmen rausflexen und den TÜV-Menschen unter die Nase halten. Warum ich überhaupt mit dieser Parenthese angefangen habe: Nicht frustriert sein, wenn man sich 40 Minuten lang unqualifiziertes Gesabbel über Enten anhören muss [”So wie die Reifen aussehen, stimmt die Spur überhaupt nicht.“ usw.], das zu einer Begründung der Ablehnung aber auch gar nichts taugt, und nur noch von der Unfähigkeit, auf sachliche Argumente einzugehen, überboten wird. [Den Rahmen hat er auch nicht eingetragen!]) 

Schließlich beim dritten TÜV-Ingenieur wurde ich wieder mit der Welt versöhnt, denn dieser sehr freundliche und in der Sache unbestechliche, weil korrekte Mensch tat genau, was ich auch von den beiden anderen aufgrund ihrer Ausbildung ebenfalls erwartet hätte: Er nahm eine Tabelle, anhand derer er die Ablaufmaße der Entenreifen mit denen der Smartreifen verglich, rechnete aus, dass die im Querschnitt etwas niedrigeren Smartreifen zu einem Vorgehen des Tachometers um circa drei bis vier Prozent führen würden, und stellte fest, dass dies noch vertretbar sei, worauf er die Eintragung der neuen zulässigen Reifengröße neben den alten im Fahrzeugbrief (also diesen unbedingt zum TÜV mitnehmen!) vornahm. Ich im Anschluss also zur Zulassungsstelle, die die Änderung in den Fahrzeugschein übertrug und im Brief noch abstempelte, und damit war der Käs’ gegessen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch an Herrn Schultz vom Autohaus Schultz in Emmendingen, der mich auf die Möglichkeit mit den Smartreifen hingeweisen hat, und den ich jederzeit allen Autofahrern in jeder Hinsicht nur allerwärmstens empfehlen kann.

Björn Eiselt mit Esther und Sebastian in EM-DJ 49  

1) Michelin hat ein eigenes Oldtimer Reifenprogramm, indem auch die 2CV und DS Reifen aufgenommen worden sind. Nur wenige Reifenhändler haben noch Zugriff darauf (Deutschlandweit weniger als 10 Stück). Natürlich sind die Reifen nicht ganz billig, da sie in kleinsten Stückzahlen hergestellt werden. ”Der Franzose“ – http://www.franzose.de – bietet als einer der wenigen die Michelinreifen (Sommer und Winter) an.  

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