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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
25. Jahrgang 2005 - gegründet 1981

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01/2005
 

www.happyents.de
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Reifentausch
Mit der Ente durch Ägypten
Reisebericht von Uwe Schmitz, Teil 2

Ich bin nun seit 8 Tagen in Kairo. Da ich noch gut eine Woche Zeit habe, bis meine Freundin Geli Ende Januar mit dem Flugzeug hierher kommt, beschließe ich, ins Fayoum zu fahren, einer großen Oase am Rande des Nil mit interessanter Umgebung. Dort besichtige ich Qasr el Sagha und Dimeh, zwei historische Ruinenstätten, und auf dem Weg dorthin merke ich schnell, dass die in Libyen gekauften und auf der Antriebsachse montierten zwei neuen Reifen gar nicht geländetauglich sind. So tausche ich sie gleich auf der Piste mit den guten alten hinteren Reifen.

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Camp im Tal der Wale
Weiter geht die Fahrt zum Wadi al Hitan, dem Tal der Wale. Im Internet hatte ich - noch zu Hause - davon gelesen, dort liegen Walskelette in der Wüste aus einer Zeit, als vor 40 Mio. Jahren dieses Tal noch von Ausläufern eines riesigen Meeres bedeckt war. Auch die Landschaft begeistert mich, und so campiere ich gleich zwei Nächte dort und wandere von Fundplatz zu Fundplatz.
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Sonnenaufgang von unserem Bett aus gesehen
Noch zwei weitere Tage bei Rangern im Wadi Rayan Nationalpark übernachtet, dann geht’s weder zurück, morgen kommt Geli nach Kairo! Nun gibt es viel zu zeigen: wir bummeln entlang der Nilpromenade und durch die modernen Stadtviertel mit Boutiquen, Schuhgeschäften und feinen Restaurants, Kontrastprogramm im Khan- el-Khalili, dem Bazaarviertel mit Kupfer- und Messingschmieden, Leder- und Lampenläden, kleinen Teebuden mit Wasserpfeifen. Wir besichtigen Moscheen, was in Ägypten überall möglich ist, und schauen uns in Alt-Kairo die koptischen Kirchen an, bevor wir nach Gizeh zu den großen Pyramiden fahren. Noch einmal in einen richtig großen Supermarkt, den Tank voll mit Benzin für 0,13 Euro/Liter, dann geht's ab in die Westliche Wüste Richtung Oase Bahariya. Die erste Nacht verbringen wir einsam in einer kleinen Senke etwa 3 km von der Strasse entfernt, die Temperatur fällt nachts auf 6 Grad. am nächsten Morgen wärmt uns die Sonne wieder schnell auf, und wir fahren mit tollen Ausblicken den Abbruch in die Bahariyasenke hinunter.
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Die Pyramide von 1985 repariert
In Bawiti, dem Zentrum von Bahariya, fahren wir zu Ahmeds Camp, ich kenne ihn schon von 1998, und spazieren durch den Ort. Die beiden nächsten Nächte verbringen wir in der schwarzen und der Weißen Wüste, der einen mit Vulkankegeln und von schwarzem Lavagestein übersät, der anderen -schon in der Farafrasenke- mit vielen fantastischen Felsskulpturen und Hügeln, die vom wind in Jahrhunderten aus schneeweißem Kalkstein geformt wurden. Ich finde die Stelle wieder, an der ich 1985 auf meiner ersten Ägyptentour eine kleine Steinpyramide entdeckte.1998 (auf meiner großen Trans-Afrika-Tour) musste ich ihre Spitze erneuern, dieses Mal ist sie über die Hälfte zusammengestürzt, und ich brauche mehr als vier Stunden, um sie wieder schön zurecht zu machen. Mal sehen, wie ich sie beim nächsten Besuch vorfinden werde!
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Die Stelle des Getriebeschadens
Weil es hier so schön ist, bleiben wir auch den nächsten Tag in der Weißen Wüste. Hier passiert dann das schier Unglaubliche: beim rückwaerts-aus-weichem- Staub- herausfahren mit viel Schwung verabschiedet sich das Austauschgetriebe aus Tunesien. Das berühmt-berüchtigte Zahnrad auf der Eingangswelle war wohl nicht richtig verkörnt und hat sich durchs Rückwärtsfahren runtergedreht.

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Getriebereparatur - die zweite -

Nur noch der 3.Gang ist zu schalten, da ist an Fahren nicht mehr zu denken. Ich rufe per Satellitentelefon Peter in Bawiti an, von dem ich vorher eine Telefonnummer für den Fall des Notfalls erhalten habe, und bitte ihn, mich die 160km nach Bawiti abzuschleppen. Zuerst versuche ich, den Schaden selbst zu reparieren, mit telefonischer Hilfe von Freunden aus Deutschland (Christoph Frisch und Wolfgang Brell, vielen Dank an dieser Stelle nochmals) und Tipps dazu aus dem Internet. Es liest sich dort alles sehr einfach, mit 'ner Stunde probieren ginge alles wieder zusammen, es erscheint mir auch alles klar.

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unser reservierter Bistrotisch in der Weißen Wüste

Doch es gelingt mir nicht, und so baue ich das Getriebe aus und ein "Getriebespezialist" für Geländewagen nimmt sich seiner an, und nach zwei Stunden läßt sich wieder alles schalten. Nun das Getriebe wieder eingebaut, und dann die Testfahrt: Frust, der 2. und 3. Gang geben laute, kratzende und unregelmäßige Geräusche von sich...  also noch einmal zum Spezialisten, ich soll's noch einmal bringen, wieder Ausbau (ihr wisst sicher, wie lange das dauert!), und vor meinen Augen wird alles auseinander geschraubt, auf einen Haufen gelegt, begutachtet, mit Benzin gereinigt. Dann die Frage an mich Ahnungslosen: Gehören von den fünf dünnen Distanzringen am Differential-Ausgang drei davon nach rechts oder nach links? Das ist ja Klasse: Genaue Position des Differentials im Gehäuse ade! Mit dünnen selbstgeschnittenen Dichtungen (und nicht nur mit viel Silikon wie vorher) wird alles wieder irgendwie zurechtgeschraubt, ich kann's gleich wieder mitnehmen. 
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11CV in Kairo

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Ein letzter Blick vom Cairo Tower

Sorgenvoller zweiter Einbau: die Geräusche sind weniger geworden, aber immer noch da! Den dritten Tag schraube ich nun schon, Geli sieht ihre Urlaubstage schwinden !!! So lassen wir, trotz der kratzenden Geräusche auf der Testfahrt, das Getriebe nun drin und hoffen, dass es möglichst lange durchhält: Geländefahrten und damit einige große Pläne sind somit allerdings gestorben... Wir fahren vorsichtig wieder zur Weißen Wüste und sind froh, etwa 500m neben der Straße einen schönen und leicht befahrbaren Nachtplatz zu finden.

Die nächsten Tage geht's gemütlich und meistens im stillen 4.Gang über die Oasen Farafra und Abu Minqar nach Dakhla. Hier möchten wir uns mit Archäologen vom Heinrich-Barth- Institut treffen. Wir fahren zu deren Grabungshaus und werden freudig erwartet. Wir haben viel miteinander zu erzählen, und es ist wunderschön dort, so können wir mal richtig entspannen. Es gibt eine große Überraschung für uns: Wir sollen vier Tage mit ihnen zu neuen Fundplätzen fahren und bei Filmaufnahmen mithelfen, das wäre ja eine tolle Entschädigung für den Geländeausfall der Ente !!! Wir sind glücklich, diese kleine Expedition mitmachen zu dürfen und unterstützen sie, wo immer es geht. Gerne würden wir hier noch länger bleiben, doch unsere Zeit läuft weiter, Gelis Flugtermin rückt näher, und so verabschieden wir uns nach einer Woche schweren Herzens von den HBI-Leuten. Wir fahren über die Oasenstraße die fast 900km zurück nach Kairo. Hier verbringen wir jetzt noch einige Besichtigungs- und Einkaufstage, bevor Geli zurück ins kalte Deutschland muss (von fast 35 zurück auf null Grad, mich schaudert's).

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Hier wurde schon öfters an deutschen Autos geschraubt
Seit wir Bahariya (vor 400km) verlassen haben, scheinen die Getriebeprobleme wieder auf zu tauchen: Die Gänge sind immer schwerer zu schalten, vielleicht suche ich in Kairo doch noch jemanden, der etwas richten kann. Ein Bekannter, der in Kairo lebt, lässt seinen Wagen immer bei einem Ägypter warten, der in Deutschland Maschinenbau studiert hat. Wir fahren zu ihm, das Getriebe muss wieder einmal ausgebaut werden, diesmal ist der Synchronring am Ende, und im Getriebeöl ist sehr viel Messingabrieb zu sehen. Citroen-Ersatzteile sind in Ägypten nicht zu kaufen, doch nach zwei Tagen bei diversen Autoverwertern und Teilehändlern hat er einen identischen Synchronring eines anderen Fahrzeugfabrikats gefunden. Das Teil wird montiert, alles wieder im Motorraum eingebaut und nun der Test: Meine Ente hat plötzlich vier Rückwärtsgänge und nur noch einen für vorwärts! Also noch einmal alles auseinander, das Tellerrad muss anders herum ins Differentialgehäuse eingebaut werden, die nächste Testfahrt ist dann endlich sehr erfreulich, alles läuft, wie es soll, und es klingt auch so! Hurra, es kann weitergehen!
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Ich werde die Ente nun hoffentlich heil und ohne weitere Schäden und Ausfälle über Jordanien, Syrien und die Türkei bis Ende März nach Hause zurück bringen, inshallah !!! 

viele Grüße aus dem Herzen der arabischen Welt 
Uwe Schmitz, der mit der roten Afrika-Ente

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