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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
25. Jahrgang 2005 - gegründet 1981

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www.happyents.de
 

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Cable Car in San Francisco

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French car in San Francisco

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Quallen im Aquarium von Monterey

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See-Elefanten 

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Rustikaler Car Wash

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On the road again...

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Neuwertige Ente am Gartenmarkt

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Schmetterlinge im Bauch

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Hollywood walk of fame

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Wem der Hummer zu klein ist...

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keep smilin'

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Lombard Street

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California dreamin' 

Quizfrage: was macht man als Entenfahrer, wenn man die Vereinigten Staaten bereisen will? Antwort: man hat  ‚zuuuufällig‘ gute Freunde, die dort einen 2CV geparkt haben. Da traf es sich gut, daß Michael und Karsten uns ihre Marlene zur Verfügung stellten, um die Highway No.1 von San Francisco bis nach Los Angeles zu befahren. Ein Auto ist schließlich kein Stehzeug, sondern muß ab und zu bewegt werden.

Aber, vor dem Fahren in Amiland stand erstmal der Flug. Und den sollte man nicht an einem WochenEnte planen, an dem alle anderen auch fliegen wollen. Das Osterwochenende z.B. ist so ein Zeitpunkt, an dem sowohl die Deutschen, als auch die Amis Ferien haben. Schlecht wenn man stand-by fliegen will und so auf freie Plätze in einem überbuchten Flieger spekuliert. Aus dem angedachten Termin Donnerstag, wurde also schließlich Sonntag. Die zwei Wochen Urlaub wurden kurzerhand um drei Tage eingekürzt, aber was soll’s.

In Amerika, everything is bigger and better. Und manchmal auch komplett anders. So auch die Automaten. Das merkten wir gleich nach Ankunft am Airport von San Francisco, als wir eine Fahrkarte für den BART-Train erstehen wollten, der uns in die City bringen sollte. Anstatt wie zuhause zunächst ein Fahrziel auszuwählen und die gewünschte Fahrkarte anschließend zu bezahlen, verlangen die US-amerikanischen Automaten sofort Cash. Hat man erst mal genügend Dollars in die Maschine gestopft, darf man von dem Kredit schließlich auch ein Ticket kaufen. Daß in Amerika alles größer und schöner ist, schien sich auch bei der S-Bahn zu bestätigen. Ich fühlte mich irgendwie an meine selige DS erinnert: softer, dicker Teppich im geräumigen Wagen des BART-Train und Sitze, die noch tiefer und noch weicher sind, als sie aussehen. Nur ein Unterschied zur DS gab es dann doch: die S-Bahn war deutlich schneller.

Im Herzen der Großstadt tauchten wir aus dem Dunkel der unterirdischen Bahnstation ins helle Licht ins pralle Leben, Ecke Market- und Powell-Street, unmittelbar an einer Cable-Car Endstation. Daß wir ebenso schnell als Touries identifiziert und angequatscht wurden, lag wohl daran, daß wir dummerweise die auffallend grellen Sicherheitsetiketten an unseren Reisetaschen nicht entfernt hatten. Der Ehrlichkeit wegen sollte ich aber erwähnen, daß uns der ‚beggar‘ nicht um Geld anmachte, sondern statt dessen anbot uns ein Hotel zu zeigen, was wir dankend ablehnten. Schwer bepackt liefen wir an teueren Läden und noblen Hotels vorbei, bis wir zufällig in einer Seitenstraße ein eher verstecktes Hotel fanden, das für Großstadtverhältnisse noch bezahlbar war, allerdings eher die Bezeichnung Absteige verdiente. Aber wir wollten eh nicht dort lange gediegen residieren, eher unseren Jetlag ausschlafen – hatten wir doch Sonntag früh aufgrund der Sommerzeit-Umstellung in Deutschland schon eine Stunde früher aufstehen müssen. Die Zeit bis zum Zubettgehen wollten wir noch mit einem Bummel in der City überbrücken. Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, traten wir vor die Tür.... in den Regen. Egal, gehen wir halt ins nächste Kaufhaus. So dachten wir. Aber leider sind selbst in den USA Macy’s & Co am Ostersonntag geschlossen. Also doch zurück ins Hotel und ab in die Falle.

Daß wir anderentags schon sehr zeitig wach waren, verwundert daher eher nicht. Glücklicherweise hatte das Starbucks-Café an der Ecke bereits geöffnet. Wohl auch, weil der Ostermontag in Übersee kein Feiertag ist. Und da der Regen auch weitestgehend nachgelassen hatte, nahmen wir die Besichtigung der Stadt in Angriff: Cable-Car-Fahrt, Fishermans Wharf, Lombard Street, Chinatown, ... das ganze Programm. Leider waren wir zu früh am Morgen unterwegs, sonst hätten wir auch noch das Cable-Car-Museum sehen können, das uns wärmstens von Mixael empfohlen wurde. So blieb es nur bei einem Blick durchs Fenster. Übrigens fanden wir die Amerikaner ungewohnt hilfsbereit. Auf der Suche nach der korrekten Richtung blieben wir stehen, um einen Blick in die Straßenkarte werfen. Sofort wurden wir von einer Passantin gefragt, ob sie uns helfen könne. Versucht das mal in Frankfurt City!

Nachmittags nahmen wir unser Gepäck wieder auf, und Abschied von San Francisco, um mit dem ‚Caltrain‘ nach San Jose zu Chuck und Dee zu fahren, dem Standort unseres zukünftigen Reisemobils. Nach einer Übernachtung bei den beiden gingen wir daran ‚Marlene‘ reisefertig zu machen. Gleich beim ersten Startversuch sprang sie willig an, gerade so, als könne sie es nicht erwarten mit uns zusammen den Highway No.1 unter die Räder zu nehmen.

Die erste Etappe auf unserer Reise war dann auch schnell erreicht. Monterey bietet neben der bekannten Cannery Row mit seinen vielen kleinen Lädchen (Süßigkeiten-Geschäft direkt neben dem Laden für Knoblauch-Liebhaber, Wassermassage ohne Ausziehen, Burger-Stände und Bubba Gump Shrimps) auch ein Aquarium, das einen Besuch wert ist. Neben den riesigen Thunfischen und Haien kann man auch jede Menge Quallen bestaunen, die unglaublich anmutig durch die großen Bassins gleiten (die Sorte auf dem Foto war ungefähr fußballgroß).

Am folgenden Mittwoch ging es weiter mit Marlene, entlang des 17-mile-drive, an dem wir zum ersten Mal auf unser Fahrzeug angesprochen wurden. Das erste von unzähligen Malen, an dem wir erzählen mußten, wie alt, welche Marke, von woher und wohin. Wenn man ruhig und unbehelligt reisen möchte, ist ein 2CV in den USA eine denkbar schlechte Wahl. Let me guess: it’s a Morris?

An der Lone Cypress sahen wir erstmals einen Seehund, der in der ruhigen Bucht auf dem Rücken lag und geschützt vor der Brandung genüßlich seine Mahlzeit verspeiste. Ähnliche Meeresbewohner bekamen wir dann am Nachmittag zu Gesicht. Seelöwen, die leider nur durch ein Fernglas zu sehen waren, tummelten sich auf Felsen im Carmel State Park. Aber wir sollten später noch viel mehr davon zu sehen bekommen.

Ein nächster Tag, ein nächstes Ziel: Hearst Castle. Das unglaublich pompöse, aber hoffnungslos verbastelte Anwesen des bekannten Zeitungsverlegers thront auf einem Hügel in San Simeon. Wir befanden das Schloß nicht der Besichtigung würdig und den Eintrittspreis schlicht als Frechheit. Weit sehenswerter war da schon die nächste Ortschaft auf unserem Weg: Guadelupe. Kurz vor dem Morrow Rock gelegen, hielten wir dort um dem örtlichen Antiquitätenladen einen Besuch abzustatten, in einer Dorfstraße, die so breit ist, daß sie hierzulande gut und gerne als Autobahn durchgehen würde. Nachdem wir die Kuriositätensammlung wieder verlassen hatten, natürlich nicht ohne eine Teil davon zu erstehen, wurden wir vom Koch des örtlichen Tacco-Tempels überfallen, an dessen Ecke wir Marlene geparkt hatten. Als er 1963 in Deutschland gewesen sei, so erzählte er, habe er auch so einen ‚Pöeuschou gehabt‘. „I had fun in the backseat“ meinte er schmunzelnd, als er seine Hände an der schmutzigen Schürze abwischte und bedankte sich dafür, ihm seine Jugenderinnerung vor die Tür gestellt zu haben.

Auf dem Weg zur Mission „La Purissima“ in San Luis Obispo sahen wir auf dem Parkplatz eines Gartenmarktes eine rote Ente. Als ich ausstieg um ein Foto zu machen, kam gerade der Besitzer hinzu, der erzählte, daß er den Citroen jeden Tag fährt. Nur die Zulassung des 1989er 2CV sei älter als das Auto meinte er grinsend. Aha, es gibt sie also auch noch hier, die Deuchisten.

Und wieder stand eine Mission auf unserer Liste der Sehenswürdigkeiten: Santa Barbara. Die herrlichen Gärten und die Ausstellungen waren eine wunderbar kühle Abwechslung zur grellen Sonne draußen.

An einem Tankstopp hatten wir dann den nächsten Neugierigen vor unserer Ente stehen, der wirklich alles wissen wollte. Woher wir kämen (from San Francisco.... in this???), was das Auto verbrauche, worauf ich wahrheitsgemäß mit 40 miles per gallon antwortete (you’re kidding!!!), ließ sich sogar die Motorhaube öffnen um gleich darauf über das winzige Motörchen zu staunen (that’s all?). Und er ging auch nicht weg, bis ich ihm den Motor startete, damit der den Klang hören konnte. BIM!

Wollten wir ursprünglich noch bis San Diego weiterreisen, so hatte uns der verzögerte Abflug in Frankfurt nun am nächsten Tag zum südlichsten Punkt unserer Reise gebracht: Los Angeles. Wir wollten den Hollywood Walk of fame besichtigen und möglichst schnell wieder aus dem Moloch der Großstadt fliehen. Ich weiß nicht, was die Leute an solchen Städten finden. Wir fanden es jedenfalls schrecklich.

Auf dem Rückweg machten wir erneut in Santa Barbara halt und nahmen unser Mittagessen auf einer schattigen Parkbank am City Beach ein. Natürlich waren unsere kleinen Freunde sofort wieder anwesend: die Squirrels, deren Frechheit und Neugier wunderbar von Walt Disney’s A-Hörnchen und B-Hörnchen wiedergegeben wird, grabbeln fast in’s Kameraobjektiv, nur damit ihnen auch ja nichts Freßbares entgeht.

Auch auf dem Rückweg besuchten wir wieder die Seelöwen, die wie jedes Jahr an den Strand des Año Nuevo State Parks gekommen war, um ihr Fell los zu werden. Besonders sehenswert sind dort auch die vielen Jungtiere, denen man bis auf wenige Meter nahe kommen kann. Was freilich nur dann ungefährlich ist, wenn wie jetzt, Anfang April, die riesigen Bullen bereits wieder zurück im Meer sind.

Da wir auf der Rückfahrt unbedingt noch mit der Ente nach San Franciso City fahren wollten, nahmen wir uns den ganzen nächsten Tag Zeit. Vormittags standen jedoch noch die Muir-Woods auf dem Programm, die mit ihren riesigen Redwood-Bäumen ordentlich Eindruck machten. Selbstverständlich fuhren wir über die Golden Gate Bridge und anschließend durch einige der steilsten Straßen San Francisos. Trotz drei Mann Besatzung und ordentlich Gepäck kein Problem für die Ente.

Anderentags brachten wir Marlene wieder nach San Jose zurück, um sie schweren Herzens wieder bei Ihren Pflegeeltern abzustellen. Jetzt darf die Gute erstmal ausruhen von den rund 2.000 km, die wir mit ihr zurückgelegt haben. Muß ich erwähnen, daß wir keine Panne hatten? Natürlich nicht....

Peter mit Sonja und Barbara

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