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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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DS in bester Gesellschaft
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Rückspiegel
50 Jahre DS Persönliche Impressionen eines passionierten 2CV-Fahrers "Die Flunder" - so hieß die DS in meiner Familie. Der Vater der besten Freundin meiner Schwester fuhr DS, und ein Arbeitskollege meines Vaters. Meine Schwester musste immer kotzen, wenn sie mitgenommen wurde. Weil die Federung so weich sei, hieß es. Mich haben sie natürlich nie mitgenommen. Kleine Brüder nerven halt. Und der Kollege meines Vaters musste immer nach Köln zur Reparatur, weil es in Bochum keine Citroën-Werkstatt gab. Er fuhr oft nach Köln. Aber um nichts in der Welt würde er die DS wieder hergeben, erzählte Vati. Wer einmal DS gefahren habe, komme nicht mehr davon los. Mein Vater fuhr zu der Zeit VW 1500 Stufenheck, "eine Fehlkonstruktion", wie er immer wieder beteuerte. Sein nächstes Auto war ein Audi. Mehr Avantgarde war in unserer Familie nicht drin. So musste ich noch lange warten, bis die Göttin real in mein Leben eintrat. Über den Umweg des 2CV. Fünfzehn Jahre später überredete mein bester Freund mich, eine schrottreife Uralt-Ente für 500 Mark zu kaufen. Eine 72er 2CV4 mit 23 PS, Trommelbremsen und Trägheitsdämpfern vorne. Sie war natürlich meine schönste Ente. Sie quiekte so schön in der Federung, wenn ich über die Bodenwellen in unsere Straße fuhr. Überhaupt, die Federung. Ich musste nicht kotzen, in der Ente. Wegen der komfortablen Federung wollte ich in kein anderes Auto mehr steigen als einen Citroën. Es war schon lange passiert, ich wusste es nur noch nicht. Auf Ententreffen lernte ich die Lebensart - pardon, die "art de vivre" der 2CV-Fahrer kennen. Friedlich, langsam, genussorientiert, weltoffen. Erst mal entspannen, erst mal Picon. Die eine oder andere DS tauchte schon mal auf, auf den schlammigen Treffenplätzen. Sie wurde immer von total coolen Freaks gesteuert, die bildschöne Freundinnen hatten, morgens Gauloise rauchend aus den heruntergekurbelten Fenstern ihres Salons blickten und es überhaupt insgesamt geschafft hatten. So ein Auto musste her. Bei einem Pferdehändler um die Ecke (ich wohnte inzwischen in Dortmund) stand eine dunkelgrüne Schönheit. Bis zur Gürtellinie. Darunter waren "ein paar kleine Schönheitsfehler". Ich wollte eine Probefahrt. "Machen wir, wir müssen nur noch die rote Nummer besorgen". Die Probefahrt kam nie zustande. Die Technik hatte wohl auch ein paar Schönheitsfehler. Das Leben verschlug mich nach Saarbrücken. Hier, wo Tatort-Kommissar Palü mit einem Baguette unter dem Arm eine schwarze DS durch die Stadt steuerte. Wir zogen in ein Haus 300 m von der französischen Grenze. Im Vorgarten des Nachbarn stand eine abgemeldete DS mit 48.000 km auf der Uhr. Peter vom hiesigen 2CV Club nahm mich in seiner wunderschönen 74er DSuper auf Ausfahrten nach Lothringen mit. Überall standen plötzlich DS herum. Eine DS break stand preiswert zum Verkauf. Mein Mut und meine Kenntnisse reichten jedoch nicht. Da fiel mir die Annonce eines Mannheimer Architekten in die Hand, der eine 72er DS aus erster Hand für schlappe 12.000 Mark anbot. Wir schrieben inzwischen das Jahr 1993. Preisregionen, in die ich mich eigentlich nie getraut hatte, vorzustoßen. Ich fuhr das Auto Probe und verliebte mich sofort. Jetzt nur keinen Fehler machen. Keine Emotionen zeigen. "Warum wollen Sie uns unsere schöne DS wegnehmen?", fragte die Frau des Verkäufers. Ich bot die Hälfte und fuhr nach Hause. Die Verhandlungen zogen sich über ein halbes Jahr hin. Seit März 1994 steht SIE vor meiner Tür. Karsten, SB-DS 29 H |
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