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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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Rückspiegel
2 CV in der LandwirtschaftEin cleverer französischer Bauer aus der Nähe von Bordeaux baute sich in den siebziger Jahren aus einem alten 2 CV einen Erntehelfer. Er verlängerte die Lenksäule, Bremsen, Gas, und was man sonst noch alles zum Fahren braucht, und legte es eine Etage höher. Mit diesem Gefährt fuhr er dann an seine Apfelbäume und erntete die Äpfel. Beim diesjährigen französischen Nationaltreffen in Salbris war das Fahrzeug eine der Attraktionen. Es wurde von Monsieur Jaune* gefahren, einem 2CV-Enthusiasten, der uns bereits auf früheren Treffen durch phantasievolle Umbauten aufgefallen war. Auf dem Welttreffen in Italien präsentierte er zum Beispiel den "Ferarire", einen 2CV im Ferrariform. Ein anderes mal war er mit einer Ente angereist, an der echte Weinstöcke hochrankten. Höchstgeschwindigkeit war nach eigenen Angaben im Interesse der lebenden Pflanzen 60 km/h. Über die Höchstgeschwindigkeit des Erntewagens gibt es keine Angaben, ebenso über etwaige kleinere TÜV-Probleme (siehe 2. Bild links). Da der 2CV anfangs für französische Bauern konstruiert worden war, die einen Korb Eier über den Acker zum Markt fahren können sollten, ohne dass diese kaputt gingen (ihr kennt die Geschichte...), lag nichts näher, als auch weitere Landmaschinen mit 2CV-Technik zu motorisieren. Ein Sammler zeigte seine kreativen Eigenbauten auf 2CV-Basis in Salbris. Der links abgebildete Trecker erinnert vom Design aufgrund der höchst schnittig selbst gefalteten Motorhaubenimitation an einen Fendt der frühen 60er Jahre (der Motor war in Wirklichkeit unten und relativ weit hinten, siehe Foto). Besonders stilecht fiel der Sattel des Eigenbaus aus, der platzsparend über dem Getriebe angeordnet war und den überaus passenden Namen "Le Sanglier" ("das Wildschwein") trug. Das Schaltgestänge wurde entsprechend angepasst. Ein zweiter Schalthebel aktivierte offenbar eine Untersetzung, denn 100 km/h mit der Originalübersetzung wären eindeutig zu viel für das Gefährt, insbesondere unter Berücksichtigung der vorderen Schubkarrenräder und der höchst originellen, Spiel behafteten Eigenbaulenkung. Das zweite Modell bestach durch den Versuch, möglichst viele 2CV-Teile zu verwenden. Neben dem Antriebsstrang wurden auch Haube, Lampen, Lenkrad und viele Kleinteile kreativ angepasst. Das Ergebnis erinnert eher an einen 1:3 verkleinerten frühen Ackerschlepper. Einen ganz neuen Eindruck machte ein Rasenmäher, dessen Mähvorrichtung einen zusätzlichen 2CV-Motor als Hilfsaggregat hatte. Offenbar war das Gefährt benutzt worden, um den Treffenplatz von mehreren Hektar Größe zu mähen. Die Krönung des Maschinenbaus war jedoch eindeutig die 2CV-Kehrmaschine (letztes Foto). Wir haben lange gerätselt, warum die Maschine dort stand. Die Lösung war unter den Blechverkleidungen versteckt: Sie wurde von einem 16 PS-2CV-Motor angetrieben, der auf dem Bild nicht zu sehen ist. Weitere 2CV-Teile haben wir an diesem professionellen Eigenbau nicht entdeckt. Was nicht passt, wird passend gemacht. Et is noch immer joot jejange. Red. *Name geändert, richtiger Name der Redaktion nicht bekannt. |
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