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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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1/2005 |
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Ferme Madelonne |
1. 2CV-Treffen und Jazz&Blues-Wochenende in Gouvy, Belgien Unser finnischer Freund Lasse, der in Brüssel wohnt, schrieb mir eines Tages eine E-Mail, ob wir nicht Lust hätten, zum ersten Jazz&Blues 2CV-Treffen nach Gouvy in Belgien mitzukommen. Die Wanderkarte von Belgien enthüllte schließlich, dass Gouvy ein Dorf mit 100 Seelen in der Nähe des Dreiländerecks von Belgien, Luxemburg und Deutschland ist. Da ich zudem ein Freund von gutem Blues und Jazz bin, fiel die Entscheidung nicht schwer. An einer Wiese hinter der "Ferme Madelonne", einem urigen Haus von 1903, stand ein Schild "Camping" und eine Dixie-Toilette. Bis auf einen Renault Clio und ein Zelt war die Wiese leer. Begannen wir halt, sie mit einer deutschen Ente und einem GS zu füllen. Später stellten wir fest, dass hinter dem Haus der eigentliche Treffenplatz war, wo einige -zig Enten aus Belgien standen. Wir hatten schlicht die Einfahrt übersehen. Dafür hatten wir die schönste Campingwiese mit murmelndem Bach und Butterblumen fast für uns. Freitag Abend spielte die Gruppe "O Juliette" die beste Zigeunermusik, die ich je gehört habe. Vor rund 100 Zuschauern, die sich in der Ferme auf zwei Etagen zwischen drei Theken und einem herrlichem Sammelsurium alter Sachen verteilten, spielte das Quartett sich immer mehr in Form. Bis weit nach Mitternacht dauerte der Auftritt. Ich habe aufgegeben, die Zugaben mitzuzählen. Die Atmosphäre in dem Jazzclub war unbeschreiblich, und dieser Funke sprang auf die Musiker über. Am zweiten Abend spielten uns "The Cultivator" in den Blues-Himmel. Eric Kinart beherrschte mit seiner sonoren Stimme und der sauber gespielten E-Gitarre alle Spielarten des Blues. Guy Barnich sorgte an der Mundharmonika für die richtige Stimmung. Mit den beiden Bands war dem Veranstalter eine hervorragende Auswahl gelungen. Später erfuhren wir, dass die Ferme Madelonne seit 30 Jahren eine Institution in der belgischen Jazz-Szene ist und schon etliche berühmte Bands gesehen hat. Claude Lentz, der Inhaber des Clubs und Veranstalter des Treffens, beließ es nicht bei der Musik. Samstag führte uns eine "ballade", eine Ausfahrt zuerst zu einer billigen Tankstelle und dann in die Luxemburgische Schweiz. Auf kleinsten Nebensträßchen schlängelte sich ein langer Entenkonvoi bei strahlendem Sonnenschein durch die idyllische Frühlingslandschaft. Den Abschluss der Fahrt bildete ein Empfang beim Bürgermeister des Dorfes mit Wein und Weib, aber ohne Gesang. Was bleibt noch zu erwähnen? Vielleicht Lasses Campingausrüstung, die aus einer Dose Herne Keittoa (Artsoppa [Erbsensuppe]) und einem Kamm mit Flaschenöffner bestand. Oder Alains Bier, das "Plötzlicher Tod" hieß ("Mort Subite"), uns aber überleben ließ. In der Ferme gab es -zig Biersorten, unter anderem eine, die Mosieur Lenz eigens für das Jazz-Festival hat brauen lassen. Das Etikett zeigt ihn am Bass, schon leicht angetrunken. Der Zapfhahn an der einen Theke bestand aus einem Saxofon. Er machte allerdings beim Zapfen keine Musik. Benzin ist in Luxemburg deutlich billiger als in den benachbarten Ländern. Dass man in Luxemburg ist, erkennt man an den Tankstellen. Auf der Rückfahrt spekulierte Lasse auf die Ersparnis. Er vergaß, dass die Schweiz, auch die Luxemburger, auf dem Berg liegt. Beim Anstieg zur Tankstelle saugte der Motor Luft. Unter dem Hinweisschild 2 km vor der Tankstelle blieb er liegen. Wir bedanken uns bei Familie Lenz für das herrliche Treffen und hoffen, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt. Karsten, SB-CV 911 |
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