|
|
||||
|
|
Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
Email: |
zu alten Ausgaben 6/2003 1/2004 2/2004 3/2004 4/2004 5/2004 6/2004 7/2004 8/2004 9/2004 10/2004 |
1/2005 |
|
|
Französisches Nationaltreffen in Salbris Wer glaubt, alle Entenumbauten seien schon gebaut und alle Ententreffen gefeiert, der irrt gewaltig. In einer jungen Szene wie der französischen kommen neue Entenfahrer auf neue Ideen. Sie kommen ein mal im Jahr aus der ganzen Nation zusammen, um sich ihre Schätze gegenseitig zu zeigen, gut zu essen und den Lieben Gott in Frankreich einen guten Mann sein zu lassen. Diesmal traf man sich in Salbris, das ist in der Nähe der Loire, wo jedes Dorf sein eigenes Schloss hat. Anreise, Einchecken und Platzsuche verliefen reibungslos. Als Treffenplatz hatte man einen ausgemusterten Golfplatz gewählt. Das Green war mittlerweile komplett zum Rough geworden, das zum Campen jedoch perfekt gemäht war. Es wurde unterbrochen durch kleine Hügel und lustige Teiche, in denen manchmal Enten schwammen, obwohl Baden verboten war. Wir haben selten so einen schönen Treffenplatz gesehen. Das Gülleauto kreiste ununterbrochen auf dem Platz und beseitigte diskret die Hinterlassenschaften von 4-5000 Entenfreunden. Ein Club, der jedes Jahr sein nationales Welttreffen veranstaltet, weiß irgendwann, wie das geht. Vielleicht sollten wir 2011 die Franzosen das Welttreffen machen lassen. Das Bild über dem Titel zeigt ein paar 2CVs und A-Typen, die sich im Vorgarten von Schloss Chambord versammelt haben. "500 Jahre blicken auf dich herab", sagte der Kunstgeschichtler zu den staunenden Entenfahrern. "1500 Enten blicken zu dir herauf," erwiderten die Enten stolz. Schloss Chambord hat Könige, Herzöge, Revolutionäre und schließlich viele Touristen gesehen, eine Entenmanifestation jedoch vermutlich noch nie. Doch zurück zu den Umbauten. Wem das Heck des Ami 6 nicht gefällt, der kann sich ja ein Coupé draus bauen. Wem das Heck des 2CV nicht gefällt, der kann sich ja ebenfalls ein Coupé draus bauen. Coupé ist Französisch und heißt "abgeschnitten". Wenn man die Ente nicht hinten abschneiden will, kann man sie auch oben und an den Kotflügeln abschneiden. Dann hat man einen Lorider. Das ist Amerikanisch und heißt "Niedrigfahrer". Warum man das machen muss, weiß ich nicht. Wer Single ist, die Karosserie der Ente insgesamt nicht mag, aber trotzdem Aufsehen erregen will und aus England kommt, der kann sich auch einen einsitzigen Rennwagen mit allerlei witzigen Details bauen. Wem der 2CV zu lang ist, der kann einen Smart Cabrio draus machen. Ob die Kurzente den Elchtest bestehen würde, darf allerdings bezweifelt werden. Wer Wellblech liebt und damit auch noch Geld verdienen möchte, nimmt lieber gleich einen HY und macht einen Eiswagen draus. Wer keine Bühne für sein Blasorchester hat, demontiert Dach, Sitze und Heckklappe der Ente und trompetet von dort. (Zweifellos gab es abends doch eine Bühne, auf der die Band erst so richtig zur Geltung kam. Sie spielte um 12 sogar ein Geburtstagsständchen für Stefan aus der Schweiz, den wir mit bestem französischem Cremant hoch leben ließen.) Was wäre Frankreich ohne Käse. Der handgemachte Ziegenkäse vorne rechts hat es uns besonders angetan. Samstag Abend gab es - wie bereits Tradition - eine Degustation. Jeder Club offerierte Kostproben regionaler Spezialitäten an seinem Camp. Leider haben wir nur den halben Treffenplatz geschafft, da auch flüssige Kostproben abgegeben wurden, teilweise auch auf ärztlichen Rat intravenös. Nonnen fahren in Frankreich bekanntlich immer 2CV. Einige fanden ihren Weg nach Salbris. Die Atmosphäre auf dem Treffenplatz verleitete sie jedoch bisweilen zu recht weltlichen Gesten. Das lange Wochenende ermöglichte trotz ausführlicher Verköstigung nach entsprechender Rekonvaleszenzzeit durchaus auch Ausflüge in die Umgebung. Wenn ich Kalenderbildfotograf wäre, würde ich mich hier ansiedeln. Ein weiterer Grund, sich hier anzusiedeln, ist die Dichte klassischer französischer Fahrzeuge und ihrer Ersatzteile. Auf dem Flohmarkt blieben kaum Wünsche offen, einzig die Kofferraumkapazität (und die Kapazität der eigenen Brieftasche) begrenzte den Kaufrausch. Besonders hinweisen möchten wir a) auf den lebendigen Briefbeschwerer gegen das unerlaubte Entnehmen von Druckwerken, und b) auf die Sonderabfüllung von Schaumwein (demi-sec) aus dem Anjou. Wir wollen den kurzen Abriss des diesjährigen Nationaltreffens in Salbris nicht ohne drei lachende Kühe beenden. Überhaupt jeder Entenfahrer sollte stets eine lachende Kuh zur Hand haben. Vielen Dank an die französischen 2CV-Clubs für das wunderbare Treffen! Les Deuches qui rient (die Enten, die lachen) Karsten, SB-DS 29H |
||||
|
|
||||