|
|
||||
|
|
Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
Email: |
zu alten Ausgaben 6/2003 1/2004 2/2004 3/2004 4/2004 5/2004 6/2004 7/2004 8/2004 9/2004 10/2004 |
1/2005 |
|
zu Hause: Frühling |
Ostseetreffen 2006 des 2CV-Club Kiel Der Winter war hart. Lang, kalt, nass - mit einem Wort: Enten-unfreundlich. Umso sehnsüchtiger erwarten wir den Wonnemonat Mai mit lauen Temperaturen, dem bunten Band des Frühlings, den Düften und was sonst noch so dazugehört. Das erste Bild zeigt, wie es immerhin zu Hause bereits aussah. Frohen Mutes machten wir uns auf gen Norden. Wie groß Deutschland doch sein kann! Tage dauert das von der französischen Grenze zur Ostsee. Viel kommt danach nicht mehr in Deutschland. Doch was war das? Über Nacht waren alle Blätter abgefallen. Der Rasen hatte sich in den Sand zurückgezogen. Die Schaumkronen der Ostseewellen kämpften mit dem Frost. Wir holten die Moonboots wieder aus dem Keller. Warum veranstalten die Kieler ein Treffen am größten Freibad Europas (246.000 km2) mitten im Winter? Nun, immerhin war die Ostsee nun einmal da, dann wurde auch angeschwommen. Zum 1. Mai ist Sommer befohlen, von Freiburg bis Kiel, da wird die Badehose angezogen und ab ins Wasser. Es gab keine Zeugen. Treffenbesucher berichten aber glaubhaft, dass mit Hilfe eines hochprozentigen Getränks die innere Wärme (und der Wahnsinn) so stark angeheizt wurden, dass es tatsächlich Schwimmer gegeben haben soll. Wir haben sie nicht gesehen. Zur Ehrenrettung des Wetters in Südschweden muss gesagt werden, dass Jutta und ich einmal für eine Viertelstunde im T-Shirt am Strand gelegen haben, bevor das nächste Unwetter kam. In einem Bericht über Ententreffen darf (neben einer ausführlichen Widmung des Wetters) ein Hinweis auf die sanitären Anlagen nicht fehlen. Jeder gute Bericht hat hierzu mindestens einen Absatz zu verlieren. Ich schaffe sogar zwei: Bereits leicht benommen vom Begrüßungsschluck, der fest und grün, gelb oder rot war und gegessen werden musste, auf Wunsch auch mehrfach, und dem zum anschließenden Neutralisieren eingefüllten Bier oder zwei, machte ich mich auf zu den Toilettengebäuden. Ich wanderte nach Süden, durch Österreich, Slowenien, Serbien, Mazedonien und erreichte schließlich völlig erschöpft Skotina Beach in Griechenland! Endlich warm! Duschen, Toiletten, alles da. Errichtet noch von Leif Ericson persönlich. Um die Frequenz der Sanitär-Exkursionen niedrig zu halten und den Körper warm, haben die Nordlichter den Schnaps erfunden. Wir Bierprolls sind einfach zu blöd. Bier trinken macht dick, man muss dauernd nach Skotina Beach, dazu ewig rülpsen, man wird nicht blau und der Kofferraum ist voll Leergut. Wein gibt es nördlich des Mains nicht. Was macht man? Schnaps saufen. Knallt schnell, macht wenig Schmutz und schont die Stoßdämpfer. Schon mittags scholl fröhliche Heiterkeit aus einem Lager, in dem Gäste aus Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen ein Familienfest feierten. Wie gesagt: Der Begrüßungsschluck war geronnen - Wackelpeter mit Schnaps statt mit Wasser angerührt. Es gab reichlich, und so wurden die Gäste wieder und wieder begrüßt. Einen kleinen Nachteil hatte die Sache: Die Beine machen das nicht beliebig lange mit. Ein Teilnehmer klappte in seine Ente, schaffte es aber nicht mehr, seine Beine mitzunehmen. Auch die Uhrzeit passte nicht, es war helllichter Tag. Später gab es dann mehrere Aspirin. Im Norden ist die Welt noch in Ordnung. Wir haben selten so ein freundliches und friedliches Treffen erlebt. Die Veranstalter freuten sich tierisch, dass wir so eine weite Reise auf uns genommen hatten. Wir waren sofort in unsere Nachbarfamilie integriert, zum Essen gab es eine lange Tafel. Wir hatten anfangs Bedenken gehabt, was wäre, wenn wir da hinkommen und niemand kennen, doch das war kein Problem, wir kannten ja Niemand, unseren Zeltnachbarn. Nach und nach trafen wir immer mehr alte Bekannte. Überall wehten "PEACE"-Fahnen. An der Strandmauer war eine riesige Friedenstaube aufgemalt. Und das war nicht nur Gerede, die Nordlichter waren alles andere als steif, wie es fälschlicherweise im Süden immer behauptet wird, sondern überaus herzlich. Zu großartigen Ausflügen oder Spielen reichte der Elan bei uns nicht, aber immerhin schafften wir es mal bis zum nächsten Strandbad, wo wir uns mit frischem Fisch und Eiscreme voll stopften, dass es nur so eine Freude war. Die Kinder hatten ihren Spaß am Lagerfeuer mit Stockbrot und anderen Experimenten. Wir erholten uns prächtig bei den Kielern und haben darüber völlig vergessen zu frieren. Vielen Dank für das tolle Treffen an den Kieler 2CV-Club! Karsten, SB-CV 916 |
|||
|
|
||||