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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
28. Jahrgang 2008 - gegründet 1981
Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2008
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Saarbrücken:
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2CV-Treffen
16e Rencontre
Nationale und 60 Jahre 2CV des 2 CV Clubs de France in Dunkerque
Petrus
hatte ein Einsehen. Alles, was er Ostern verpatzt hat, hat er Fronleichnam
wieder gut gemacht. Zumindest fast. Diesmal sind nur die Früh-Ankommer
Donnerstag früh in den Genuss eines formidablen Sturms mit waagerechtem
Regen gekommen, der seinesgleichen gesucht hat. Angesichts des langen
Wochenendes und der ebenso langen Anfahrt habe ich mich entgegen meiner
sonstigen Gewohnheit erst Donnerstag früh aufgemacht. Diesmal musste es die
Tante DS mit dem Puck sein, sie wollte einfach auch mal auf ein schönes
Treffen.
Um die Besucherschaft noch etwas internationaler zu
gestalten, haben wir Chuck aus Kalifornien an der Fähre in Calais abgeholt
- er war gerade nach London eingeflogen. Früher hat er jedes zweite
Welttreffen besucht, doch die französischen Nationaltreffen sind
mittlerweile wenigstens ebenso attraktiv, so dass er eigens dafür
eingeflogen ist.
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Auf
großen französischen Treffen ist es üblich, dass sich die regionalen
Clubs mit zahlreichen Fahrzeugen anmelden und dann eine Stellfläche
zugewiesen bekommen. So war der Platz Donnerstag Mittag bereits gut
gefüllt, wir hörten die Zahl von 2.555 2CVs und Derivaten. Das Lager des
CCRR barst auch schon aus allen Nähten. Bei strahlendster Sonne und
stahlblauem Himmel fanden wir nach einer Platzrunde schließlich ganz am
Rand (wir wollten mit unserem "Fremdfahrzeug" ja nicht das Bild
verderben...) ein Fleckchen bei Klaus Otto, der aus Wiesbaden mit der
Acadiane angereist war. Es waren übrigens wie selbstverständlich fast nur
A-Typen da, aber die DS wurde eher als ehrwürdige Großtante als störender
Fremdkörper betrachtet. Schön, wie unaufgeregt das ging.
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Die
Franzosen verstehen einfach zu genießen. Völlig unaufgeregt haben an die
5000 2CV-Freunde den 60. Geburtstag der Ente gefeiert. Es hat alles gepasst:
Am Begrüßungsabend gab es nicht Freibier, sondern Freiwein. Von dem wir
unter Missachtung aller ärztlichen Ratschläge großzügig probieren
durften. Mann konnte ihn übrigens an jeder Stelle des Platzes ungestraft zu
sich nehmen. Ein Polizist baute sich an unserer Kreuzung auf und regelte den
Verkehr. Solange es nichts zu regeln gab, tanzte er Salsa zu seiner Musik
aus der Ente. Als ihn dann eine Gruppe höchst aufreizender Damen umringte,
war das ganze Regeln des Verkehrs vergessen. (Die Damen entpuppten sich bei
näherem Hinschauen übrigens als vollwertige Herren ...). Führerscheine
wurden nicht eingezogen. Vielleicht war der Polizist auch gar kein Polizist?
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 Es
ist faszinierend, wie viel Fantasie die Entenwelt immer wieder aufbringt,
wenn es um kreative Belustigungen geht. Diesmal gab es eine Ausfahrt mit
über tausend Enten, die an der Strandpromenade von Dunkerque endete, die
sonst nur von Privilegierten befahren werden darf. Diesmal: Enten und
Riesen. Ja, Riesen. Zwischen den genau 1642 bunten Enten schritten 4 Meter
hohe Figuren in traditionellen Trachten einher.
In der Stadthalle dahinter mühte sich
gerade ein internationales Team ab, einen Weltrekord zu unterbieten: Aufgabe
war es, mit 4 Personen und 4 Werkzeugkoffern eine Ente innerhalb von weniger
als 49 Minuten durch ein 1,30 x 1,30 m großes Loch zu schaffen. Und wieder
zusammenzubauen, dass sie wieder fährt! Faszinierend, wie schnell das
Federvieh zerkleinert war. Der Zusammenbau hat dann doch 10 Minuten länger
gedauert. Trotzdem würde ich die Herren gerne mal einladen, wenn mein
nächstes Chassis zu wechseln ist. Ich brauche bereits 4 Jahre dafür, meine
Ente komplett auseinander zu nehmen und wieder zusammenzubauen, so dass sie
hinterher wieder fährt. Na ja, ich mache das ja auch alleine....
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A
propos Ente zusammenbauen: Jeden Tag gab es einen Flohmarkt, der die Herzen
der Entenschrauber höher schlagen ließ. Auch für Oldie-Enten fand sich
vieles an gebrauchten und neuen Teilen zu fairen Preisen. Ich habe gelernt
und diesmal eine Liste der Teile mitgenommen, an die ich mich in meiner
Garage noch erinnere, auf dem Flohmarkt aber nicht mehr. Weil ich früher
nicht so klug war, stapeln sich die rechten Rücklichter für das Bj. 1963,
französische Version, und die kleinen Tachos bei mir, während ich die
Türdichtungen und Auspuffstehbolzen grundsätzlich vergessen habe zu
kaufen.
Die
Konstruktionen, die wir bei unseren verschiedenen Platzrundgängen zu sehen
bekamen, stellten so etliches in den Schatten. Besonders gut gefiel mir das
2CV-Pedalo mit Karosserie in Lebensgröße und 4 Arbeitsplätzen. Am anderen
Ende der Fahnenstange rangierte eine 2-motorige Wüstenente, die im
Kofferraum neben dem Motor auch noch zwei Reserveräder platziert hatte. Da
sie nicht ganz reinpassten, wurde halt die Heckklappe etwas ausgeschnitten.
Ähnlich faszinierend war das Trike mit sehr direkter Achsschenkellenkung.
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Der
schönste Abend des Treffens war Freitag. Alle Clubs, die was auf sich
hielten, luden zu einer Verköstigung regionaler Spezialitäten ein. Fest
und flüssig. So wurde im Laufe des Abends die Stimmung immer fröhlicher,
und über allem schwebte das savoir vivre der Franzosen, das sie einfach
perfekt beherrschen.
Einen habe ich noch: Die Finnen. Wer sonst.
Sie haben das Treffengelände nicht nur mit 10 fabrikneuen Velo Solex-Mofas,
die heute aus Urhebergründen "Black'n'Roll" heißen und in der
Nähe von Dunkerque montiert werden, unsicher gemacht. Frisch dort gekauft
und schon in Finnland zugelassen. Beinahe wäre nichts draus geworden - der
Service-HY blieb mit 2 platten Reifen kurz vor dem Ziel liegen. Doch Jukka
eilte mit Ersatz zur Hilfe, und so wurde alles gut. Also nicht nur die
"Slowly Riders Finland", sondern auch eine Sauna. Der Finne an
sich reist nicht ohne Sauna. Diesmal hing sie in Form eines ehemaligen HYs
an einem noch kompletten HY dran, war holzbefeuert und wurde direkt an der
Saunalahti, der Saunabucht des Treffenplatzes angeordnet.
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Ich
konnte nicht anders (eingefleischte Citroenchen-Leser kennen meine Passion
für Finnland) - ich musste einfach ein Saunabad nehmen, zumal es abends
doch noch empfindlich kühl wurde. Bewaffnet mit einem Sixpack Köstritzer
Schwarzbier machte ich mich also auf und wurde nicht enttäuscht. Es war ein
herrlicher Abend mit den Finnen. Am Schluss holte Pertti sogar noch das
Akkordeon raus, und alle sangen herzzerreißende finnische Volksweisen. So
ganz nebenbei habe ich dabei auch noch erfahren, dass Pertti der Organisator
des schönsten Finnischen Sommertreffens ist, des Kajaani 2CV und Blues
Treffens.
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Was
mich direkt zu meinem Bericht über das 3. Blues and Jazz 2CV -Treffen in
Gouvy / Belgien bringt. Doch das ist eine andere Geschichte, die wird an
anderer Stelle erzählt. Hier erst mal merci beaucoup an die Association des
2CV Clubs de France und den Ortsclub Carnava’Deuche et Dunkerque en
torpédo für dieses wunderbar entspannte Treffen, auf dem alles gestimmt
hat!
Karsten, SB-DS 29H
PS: Auf der Homepage des Treffens teilen
die Organisatoren neben den Besucherzahlen und einem Dank an alle Teilnehmer
als weitere bemerkenswerte Tatsache mit, dass die Verantwortlichen des
gastgebenden Freizeitparks angenehm überrascht waren, in einem wie sauberen
Zustand die Besucher den Treffenplatz nach ihrer Abreise hinterlassen
hatten.
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