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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
28. Jahrgang 2008 - gegründet 1981
Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2008

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Ortsclub Saarbrücken: 

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Alle Fotos: Ronny/Chris

Frisch auf den Tisch

. . . oder Eis statt Quark

Es begab sich in den letzten Tagen des Sommers 2008, dass eine grüngelbe Breitente sich in den Spätnachmittagsstunden eines noch recht sonnigen Freitages auf den Weg in den nahen (90 km) Hunsrück machte. An der Anhängerkupplung, ein letztes mal für die Saison 2008, der Rapido mit seinen etwa 450 kg. Alles dabei, alles an Bord – und einfach mal den Anweisungen der netten Stimme aus dem NAVI folgend traten wir die Reise ins Wochenende nach Büchenbeuren, ganz in der unüberhörbaren Nähe zum Flughafen Hahn, an.

Gäbe es bei der NAVI-Programmierung die Option „Fahrzeug langsam mit schwerem Anhänger“, dann wäre mit Sicherheit eine andere Route ausgewählt worden. Doch bei der Auswahl „Schnelle Route“ und „Fahrzeug langsam“ führte uns die nette Stimme über die Autobahn bis in den Norden und dann rüber auf die Hunsrück-Höhenstrasse in Richtung Ziel. Im Klartext hieß das, dass ich nur auf zwei Straßen ohne weitere Abzweigungen unterwegs war, aber die Hunsrück-Höhenstraße – wie es der Name auch schon sagt – hielt ganz charmante Steigungen für uns bereit. Nicht, dass unsere Ente mit Visa-Motor das nicht geschafft hätte, aber manchmal ist man dann doch schon recht froh, wenn an einer unübersichtlichen Steigung ein Traktor oder LKW vor einem ist (hinter einem selbst noch weitere 4 bis 8 Fahrzeuge) und man sich lässig der Ausrede bedienen kann „An uns liegt das jetzt aber nicht“. Ärgerlich indessen war ein Opi auf einem Roller, der scheinbar Schiss vor Talfahrten hatte und uns – da wo wir nun mal schneller können und normalerweise schon Anlauf für die nächste Steigung nehmen – voll ausgebremst hat. Den alten Stinker hatten wir gute 25 km lang zu ertragen und jedesmal, wenn wir hätten überholen können, kam mit schon an Hohn grenzender Sicherheit Gegenverkehr auf. Grrrrrrr . . .

Na egal, wir erreichten nach kanpp zwei Stunden Fahrt gegen 18.30 Uhr unser Ziel und wurden aufs Herzlichste im Hunsrück auf dem Treffenplatz empfangen. Erst übergaben wir unsere kostbarste Fracht, eine Kühltasche mit 30 eingelegten, sehr schmackhaften, unverwechselbar guten saarländischen „Schwenkern“. Der Saarländer will sich schließlich auch in der Fremde stets gut versorgt wissen und leistet gerne auch mal nebenbei noch Entwicklungshilfe in kultureller und kullinarischer Hinsicht J.

Als hervorragende Idee entpuppte sich unser Entschluss „Jacke warm“ und „Decken reichlich“ in die Hochwaldregion mitzunehmen, denn schon beim Aufklappen unserer Rapido-Origami-Burg wehte ein recht rauher Wind und der wolkenlose Himmel ließ eine kristallklare Nacht mit fallenden Temperaturen erwarten.

Wie wohltuend ist da doch der nette Brauch eines Lagerfeuers auf unseren deutschen Treffen. Bei so kleinen gemütlichen Events wie hier in Büchenbeuren rücken alle unter dem Dach der Grillhütte zusammen und bei Smalltalk, Entengesprächen, Jumbe, Gitarre und Gesang findet der Tag einen würdevollen Abschluß. Für uns war die notwendige Bettschwere um 2 Uhr früh erreicht und die drei zusätzlichen Wolldecken vermochten uns ausreichend zu wärmen.

Das gab’s noch nie . . . Jedenfalls könnte ich mich nicht erinnern, auf einem Ententreffen schon mal bis 10.30 Uhr geschlafen zu haben. Sonnenschein pur, lange Frühstückstafel – und wir liegen in der Koje und verschlafen ein drittel des Tages . . .

Andererseits ein Beweis dafür, wie idyllisch ruhig es auf diesem Treffen zugeht. Selten habe ich auch so tolle Sonnenaufgänge gesehen – ok, ich gebe es zu, im Nachhinein auf den grandiosen Fotos, die Jürgen Wissmann in aller Frühe geschossen hat.

Brrr . . . bitterkalt war es allerdings trotz Sonne bei frischem Wind und als Christiane ihr leckeres Frühstücksbrötchen noch mit einem Klacks Quark zur Vollendung bringen wollte, entpuppte sich selbiger als knüppelhart und zu Eis erstarrt, weil er im sehr gut funktionierenden Gaskühlschrank inklusive eines übergelagerten Kühlakkus (noch von den Schwenkern) keine andere Wahl hatte.

Aber auch ohne Quark schritten wir guten Mutes in den Tag hinaus und harrten der Dinge, die da noch kommen sollten.

Auffällig, nicht nur hier, die Teilnehmerzahlen bei den von uns in den letzten Monaten besuchten Treffen haben im Gegensatz zum Vorjahr einen nicht unerheblichen Einbruch erlitten. Mag sein, dass in erster Linie die Benzinpreise und das allgemeine „Schonen“ der guten alten Ente da eine große Rolle spielen, aber eine gewisse Treffenmüdigkeit durch das große Überangebot möchte ich auch nicht ganz ausschließen. Wenn auf einem Wochenende drei Treffen stattfinden, dann teilt sich natürlich die Entenschaar auf und jeder wählt das Naheliegende – es sei denn, man will Freundschaften in der Ferne pflegen, oder hat das ein oder andere Treffen einfach fest im Jahresprogramm.

Uns geht es da ja nicht anders und so freuen wir uns am Samstag als Jüwi (Jürgen Wissmann), den wir auch schon etwa drei Jahre lang zu unseren Freunden zählen, eine kleine Tour Richtung Moseltal vorschlägt. Wenig später sind wir mit vier Entchen auf dem Weg nach Traben-Trarbach, wo uns Jüwi wie ein geübter Fremdenführer von einem Aussichtspunkt zum anderen geleitet. Mitten durch die in voller Frucht stehenden Weinberge fahren wir über kleine Winzerpfade zur ehemaligen Festungsanlage „Mont Royale“, wo wir uns, seinen Schritten und zeitweise nur seiner Stimme folgend, in dunkle, lichtlose Abgründe der einstigen Wehranlage begeben. Zurück auf der Straße zwischendurch immer wieder „Fotoshooting“ mit Enten, denn man will schließlich auch bleibende Eindrücke für die langen kühlen Winterabende mit nach hause nehmen. Eine kleine Rast zur Einnahme von Kaffee gleich neben einem Flugplatz hoch über dem Moseltal wird eingelegt. Aus der Tiefe dringt Blasmusik zu uns herauf. Im Örtchen "Wolf" wird gefeiert und von unserem Standort sehen Dörfer, Eisenbahn und die Schiffe auf der Mosel aus, als stünde man vor einer Modellwelt.

Noch ein letztes mal werden die bunten Enten in malerischer Weinbergkulisse abgestellt und aus allen Richtungen abgelichtet, bevor wir uns gegen 17.30 Uhr auf die Rückfahrt machen.

Zurück auf dem Platz – wo es im Gegensatz zum Moseltal noch immer recht windig ist, haben sich nur noch zwei weitere Fahrzeuge im Tagesverlauf eingefunden. Demnach müßte die Bilanz jetzt insgesamt 15 Besucher-Fahrzeuge aufweisen.

Wir haben aus dem Saarland noch eine weitere kleine Überraschung für die angereisten 2CV-Freunde mitgebracht und Chris ist zusammen mit Astrid (Charly) bemüht, fünf Ringe Lyoner (Fleischwurst) zu Häppchen mit Schwarzbrot zu vereinen, derweil ich mich schon mal um das Fäßchen Freibier kümmere, welches wir zusammen mit den Häppchen im „Aufenthaltsraum“ des Treffenplatzes zur „DEGUSTATION“ kredenzen. Zunächst zögerlich, dann aber doch als lecker empfunden, putzt Stück für Stück die Platte und was dann noch keine Abnehmer gefunden hat, verliert sich im Laufe des Abends, als wir die Platte in der Lagerfeuerrunde reihum kreisen lassen.

Gegen 22 Uhr, als die Dunkelheit von der Welt ringsum vollends Besitz ergriffen hat gibt’s noch ein kleines Batteriefeuerwerk welches ich letztens an Sylvester auf einem Schrank total vergessen hatte. Hier in Büchenbeuren haben wir gut und gerne drei Minuten Spaß damit und setzen den Abend wieder fort mit Laberfeuer-Musik und jeder Menge guter Gespräche.

Die Nachttemperatur ist etwas gemäßigter als am Vorabend, aber Ausfahrt und die frische Luft (vielleicht sind wir ja auch die Höhenluft nicht gewöhnt) lassen uns schon um halb zwei unter die Kuscheldecken kriechen.

Es ist wieder fast 10 Uhr am Morgen, bis wir uns zum Frühstück aufraffen – eigentlich fast wie zu hause – nur mit dem kleinen feinen Unterschied, daß Dir der Wind zu hause nicht die Wurst vom Brötchen weht. Ok, ich übertreibe wieder, denn wir haben weicheimäßig natürlich im Wohnwagen gefrühstückt, da sich am Sonntag die Sonne erst mal hinter einem dichten Schleier aus Wolken zu verstecken suchte. Immerhin, von Regen weit und breit keine Spur. Das freut den Campingfreund.

Nach dem Frühstück, derweil einige sich schon die Abschiedsküsschen abholen kommen (Wer hatte eigentlich Erkältung ? – MEINS is‘ krank seit drei Tagen) helfe ich mit meinem Laptop als Schaltzentrale aus, um vor Ort noch die ein oder andere Bilderserie auf Sticks und Festplatten zu kopieren. Die Organisatoren machen „Klar-Schiff“ und als Vorletzte (letzte waren diesmal Jürgen und Martina) verlassen wir den Ort der uns für drei Tage Heimat, Erlebnis und Gänsehaut bescherte. Ok, so schlimm sieht Holger eigentlich gar nicht aus, aber der Wind, den er immer wieder gemacht hatte, sollte im kommenden Jahr etwas vorgewärmt werden. Es würde uns das Verweilen garantiert erträglicher gestalten..

Für die Heimreise war das NAVI nur auf „Streckenführung“ geschaltet und mußte kommentarlos zusehen, wie ich den für die Ente angenehmsten Weg ohne nennenswerte „Berge“ unter die Räder nahm. Ganze 10 Minuten länger als auf der „Schnellen Route“ vom Freitag waren wir unterwegs und kamen wohlbehalten gegen halb vier am Sonntagnachmittag zu Hause an.

Ganz lieben Dank an das Orgateam der United-Kneip-Ducks Holger, Antje und die lieben Helferlein, die uns im Hunsrück drei schöne Tage lang bestens umsorgt und verpflegt haben..

Ein Album mit allen Fotos findet Ihr unter : http://www.pixum.de/viewalbum/?id=3104723

Gruß, Ronny & Chris, Action-Ents-Saar, im September 2008

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