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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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Paris ist eine
Reise wert
. . . aber warum so weit fahren, wenn man nur wenige Kilometer hinter der Grenze schon das ganze „Savoir vivre“ erleben kann ? So geschehen am 13. und 14. September 2008 bei der 16. Bourse de Créhange in der Nähe von St. Avold. Créhange, ein kleiner französischer Ort, etwa 40 km hinter Saarbrücken und gut und gerne etwa 360 km vor Paris ( also bitte eine Tankfüllung früher abbiegen . . .) „Bourse de Créhange“, das heißt Oldtimertreffen mit Ersatzteilmarkt, Ausstellung und Miniaturen-Börse. Oldtimerfreunde, Sammler, oder auch Besucher kommen immer wieder gerne zu diesem mittlerweile schon recht bekannten Event im äußersten Nordwesten von Frankreich. Auch ich besuchte die Veranstaltung schon einige Male in den letzten Jahren und bin erfreut über das positive Wachstum und großartige Ambiente. Die „Bourse de Créhange“ warb in diesem Jahr unter anderem mit >60 Jahren 2CV< und 70 >Jahre Traction Avant<. Das war auch der Grund, warum man mich ansprach, ob es vielleicht möglich wäre einige meiner 2CV-Umbauten in der Ausstellungshalle zu präsentieren. Dem war ich nicht abgeneigt, hatten wir doch in der Vergangenheit (2007) schon drei der Fahrzeuge bis nach Egletons im Département Corrêze zum Nationaltreffen der Franzosen 790 km weit mitgenommen. In Créhange kamen die >Formel-Ents<, der >Schmale Hans< und das >Cabrio-Gespann< in die Ausstellungshalle. Die >Feuerente< war mein „Besuchs-Fahrzeug“ und stand im Außenbereich. Besonderes Highlight in der Ausstellung war ein 2CV, der komplett im Maßstab 1:1 aus Holz geschnitzt ist. Einfach sehenswert, was ich dann auch in einigen Detailfotos versucht habe festzuhalten. Der begnadete Künstler hat außer diesem 2CV auch schon eine Planierraupe, einen Geländewagen, ein Fahrrad, einen Formel 1 Boliden und ein Motorrad aus Holz in Originalgröße zusammen-„gezimmert“ wenn ich mir die saloppe Bezeichnung erlauben darf. Acht Stunden täglich widme er sich diesem Hobby aus Leidenschaft. Da beginnt man gleich mal hochzurechnen, wie viel Zeit man selbst in sein Hobby investiert und ich komme dabei auf gerade mal etwa zwei Stunden (täglich) im Jahresschnitt und hab’ trotzdem den Eindruck manchmal schon viel zu viel zu tun . . . Na egal, ist halt mein Hobby – und Frauchen findet uns bei Bedarf recht einfach im Keller oder der Garage wieder J Das Motto 60ziger und 70ziger Jahre war sehr eindrucksvoll und mit viel Liebe zum Detail mit Schaufensterpuppen rübergebracht worden, die im Stil dieser Jahre gekleidet waren. Den fleißigen Händen und Helfern an dieser Stelle ein ganz besonderes Lob, denn während der laufenden Ausstellung war fast nicht mehr auszumachen, was nun Besucher oder Puppen waren. In der Halle gab es neben Luxuskarossen und Gebrauchsfahrzeugen der 60iger bis 70iger Jahre auch etliche Kuriositäten zu bestaunen. So etwa die erste Elektro-Ente, bei der der Elektro-Motor einfach statt des Boxermotors ans Getriebe vorne angeflanscht war. Ein kleines Peugeot „Dreirad“, welches hinten allerdings ein elektrobetriebenes „Doppelrad“ aufwies stand im unrestaurierten Zustand direkt neben Elektro-Fahrzeugen modernerer Bauart. „Es brennt es brennt“ hörte ich den erschrockenen Aufschrei einer besorgten Besucherin, dabei handelte es sich aber nur um die Rauchschwaden einer Nebelmaschine, mit der ein 2CV im „Gebrauchszustand“ als „Unfall“ in abenteuerlicher Schräglage und mit verrutschter Motorhaube aufgebaut war. Einfallsreich sind sie, unsere französischen Nachbarn . . . Ein Modellbauer zeigte in eindrucksvoller Art und Weise sein Können und bei einigen meiner Fotos sieht man erst aus der „Vogelperspektive“, dass es sich lediglich um eine Modellwerkstatt handelt. Absolut faszinierend und bewundernswert. Die Mitte der Halle gehörte eindeutig dem Geburtstagskind 2CV und vom herrlich restaurierten Oldi Baujahr 1958, über das Sondermodell Cocorico bis zum Hoffmann-Cabrio und Roadster Umbau war die bunte Artenvielfalt eindrucksvoll vertreten. Auch die Kinderunterhaltung kam nicht zu kurz. Da wurde gemalt und bemalt, was das Zeug hält. Hans-Peter Schmidt, eines der deutschen Mitglieder vom Club Auto Retro 57 hatte die Gipsformen verschiedenster Automodelle, darunter natürlich auch den 2CV für diese Zwecke in Heimarbeit gegossen. Beschallt wurde die gesamte Ausstellung und auch der Außenbereich über Lautsprecher, so dass jeder Besucher (so er denn der französischen Sprache mächtig war) auch immer rechtzeitig erfuhr, was wann und wo an aktuellen Aktionen am Laufen war. Vier Live-Bands sorgten für die musikalische Untermalung. Eine Sambagruppe, die in grüngelben Kostümen quer über das ganze Terrain tanzte und ein menschlicher Roboter in der Uniform eines Hotelpagen erstaunten hunderte Besucher, die den sonnigen Nachmittag genutzt hatten, um sich anzuschauen, was seit Freitag tagtäglich in den Zeitungen mit Wort und Bild angekündigt wurde. War der total verregnete Samstag noch eher spärlich und enttäuschend schlecht besucht, so entpuppte sich der Sonntag-Nachmittag mit „Kaiserwetter“ als Ausflugsziel Nr. 1 für die ganze Region und „toute la famille“ – so wie es schien. Im Außenbereich wurden alle Reserveflächen geöffnet, um den unablässigen Zustrom von historischen Old- und Jungtimern noch zu bändigen. Zu Recht schlugen die Herzen der Organisatoren ein paar Takte schneller und ich bezweifele, dass auch nur ein einziger von Ihnen Langeweile hatte. Jeder Fahrer mit Oldi, egal ob mit Auto oder Motorrad angereist, hatte freien Eintritt (samt Insassen) und bekam je zwei Essenbons gratis. Eine wunderbare Idee, die naturbedingt eben auch ein gewisses Teilnehmerpotential garantiert. Alle Fahrzeugtypen aufzuzählen wäre hier müßig und entspräche auch nicht so ganz meiner Loyalität zu Citroen und dem 2CV im Besonderen, aber es waren viele viele herrliche Karossen dabei und markenübergreifend war es ein schier unüberschaubares Meer an Eindrücken aus Lack, Chrom und Formen. Bezahlbar bis unbezahlbar, fahrbar bis unfahrbar (weil gerade erst im Acker gefunden), schön-gräßlich bis elegant-gedigen. Einfach nur herrlich anzuschauen, was bei so schönem Wetter zu einem gemeinsamen Ziel den Weg sich bahnt. Im Außenbereich war die Gastronomie aufgebaut. Getränke, Kuchen, Würstchen und weis der Geier was noch alles, wurde dargeboten. Eine Kinder-Autobahn, hinter der Halle die Möglichkeit Quad zu fahren und dann auch die Bühne mit den Live-Bands – es war einfach an alles gedacht. Eine kurze Stippvisite in der Halle der Miniaturen und Bücher. Kurz deswegen, weil die Kauflust durch das ein oder andere bislang noch nicht in meinem Besitz befindliche 2CV-Modell unweigerlich bei längerem Aufenthalt aktiviert wird und kaum noch zu bremsen ist. Schnell auch da nur ein paar Fotos geschossen und wieder raus in die Sonne, da wo die 1:1 Modelle parat stehen und sich bereitwillig ablichten lassen. Schätze mal, dass etwa 50 Exemplare der Spezies Ente auch hier versammelt waren. Die ein oder andere mir sogar persönlich bekannt, doch die zugehörigen Passagiere konnte ich in der Menge von Besuchern einfach nicht ausmachen. Auch beim Gang durch die Halle mit Ersatzteilen (neu und gebraucht) sah ich viel Bekanntes, aber keine Bekannten außer Peter und Astrid, die derzeit sowohl im Inland als auch im Ausland auf der Jagd nach Ersatzteilen für „Stupsi“ – ach nein Sorry, „Charly“ sind. Berge von Kleinteilen, Lampen, Chrom und Krempel waren da aufgetischt und ich finde es immer wieder faszinierend, dass es Menschen gibt, die mit stoischer Ruhe die ganzen Kleinteile auftischen, um sie Stunden später wieder akribisch in Kästchen und Kistchen zu verpacken, bis sie zum nächsten Teilemarkt erneut jedes Objekt wieder in die Hand nehmen. Nee, mein Ding wäre das nicht, obschon ich mir doch so langsam die Frage stelle, wie ich die vielen vielen Teile meiner ca. 50 gesammelten und zerlegten 2CV‘s jemals wieder weg bekommen soll . . . Da fühlt man sich schon etwas betroffen, wenn die Frau, in Mitten von Enten-Teilen auf einem Fahrersitz hockend frohlockt, dass Ihr Mann sich endlich gewillt zeigt, sich von dem Krempel und „Schrott“ zu trennen – und der Arme hatte doch nur diesen kleinen Anhänger voller Teile . . . Quer durch den angrenzenden Park säumen die privaten Verkäufer den noch vom Vortag aufgeweichten Weg, aber die Stimmung ist gut, weil eben auch viele Interessenten auf der Suche nach dem fehlenden Teil für Ihr Wägelchen begeistert das Angebotene durchstöbern. Die schönen Fotos zwischen Rost und Chrom die ich mache zeigen in beeindruckender Art und Weise wie unvergänglich sich die Technik gestaltet, immer wieder erneuert und aufpoliert werden kann, so lange nur die Grundform noch Zeugnis einstiger Funktionalität ablegen kann. Selbst an Hand von Fragmenten kann der versierte Hobbyschrauber die Art und Herkunft eines ganzen Fahrzeuges erläutern und verfällt sogleich ins Schwärmen und Erzählen. An allen Ständen finden Teile Ihre Käufer oder Geschichten Ihre Zuhörer. Es ist eine ganz eigene Welt, die Welt des Automobils, eine Welt, in der auch unser geliebter 2CV seinen ganz eigenen Platz und Stellenwert gefunden hat – auch hier, weit weg von Paris und dem Autosalon von 1948. Ein Bravo und Dankeschön an die 120-Köpfige Organisatoren- und Helfertruppe von Créhange für diese rundum gelungene Veranstaltung und Danke auch an meine Clubmitglieder Tina, Alex und Volker für den Hin- und Rücktransport der Fahrzeuge. Ein Album mit allen Fotos findet Ihr unter : http://www.pixum.de/viewalbum/?id=3096113 Gruß, Ronny, Action-Ents-Saar, im September 2008 |
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