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"Mit der Ente in den Schnee" Ganz Europa hat seine Enten eingewintert. Ganz Europa? Nein! Ein kleiner Haufen Unverbesserlicher wird bei Eis und Schnee erst richtig munter. Der Höhepunkt der Winterfreuden war alle zwei Jahre die Raid Laponie. Endlose Weite in Lappland, das Nordkapp im Februar, extreme Minustemperaturen, Schneegestöber, sogar Abstecher nach Russland standen auf dem Programm. Über 300 "Superfinnen" wurden in 20 Jahren am Polarkreis mit fermentiertem schwedischem Fisch getauft. Doch man soll aufhören, wenn es am schönsten ist: 2004 war Schluss mit der Raid Laponie.
14 Teams aus 10 Ländern rüsteten ihre Heizungen im 2CV auf, isolierten Dach und Boden, füllten Winteröl ein, besorgten Winterreifen und gaben ihrem 2CV eine besonders sorgfältige Inspektion. Treffpunkt war eine alte Schule in der Nähe von Mikkeli/Südfinnland, die zur Herberge umgebaut worden war. Die weiteste Anreise mit dem AK 400 hatte ein Team aus Norditalien. Die weiteste Anreise hatte freilich ein Teilnehmer aus Nordaustralien, der sogar den tropischen Hochsommer hinter sich ließ, um die arktische Kälte zu genießen.
Hier konnten wir nach Herzenslust auf beleuchteten Pisten und Loipen Schilaufen, eine Rentierfarm besichtigen, mit Reif über und über verkrustete Häuser, Schilder und Bäume bewundern, auf verschneiten Straßen driften und unsere Autos in den Graben fahren. Essen, Trinken, Sauna und Musik: So könnte man das Abendprogramm zusammenfassen. Spezialitäten aus ganz Europa kamen zur "Dégustation" auf den Tisch: Schottischer Haggis, Käse aus Frankreich, italienische Pasta, englischer Früchtekuchen, belgisches Kirschbier, holländischer Genever, finnischer Fisch, deutscher Pumpernickel mit Fleischwurst, australischer "road kill" und österreichische Mozartkugeln - um nur einige der Delikatessen zu nennen. Abgerundet wurde das Festmahl durch alle Arten von Bier, Wein und Schnaps aus den Destillen der Welt. |
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Was
heißt eigentlich "Poronkusema"?
poron = Rentier,
kusema = Pisse. Poronkusema
ist eine Längeneinheit aus Lappland: die Entfernung, nach der ein
Rentierschlitten angehalten werden muss, damit das Rentier seine Notdurft verrichten kann (1 PK = 6,14 km). Der
Begriff entwickelte sich während der Raid zum Synonym für Ungemach,
Missgeschick: "poronkusema happens" - statt "shit
happens".
Bereits auf der Anreise widerfuhren den Raidern etliche Poronkusemas. Von allen gewählten Verkehrsmitteln waren die 2CVs die zuverlässigsten, Flugzeuge und Linienbusse die unzuverlässigsten. Den ersten Preis für die größte Anreise-Poronkusema teilen sich der Raider aus Nord-Australien, der wegen eines verspäteten Flugs 60 Stunden für die Anreise aus Australien brauchte, und ein vielfacher Superfin aus Paris. Sein Ami 6 kam bis Bremen, dann zwang ein Elektrikausfall zum Abbruch der Fahrt. Er gab jedoch nicht auf, sondern fuhr wieder nach Hause und flog kurzentschlossen nach Helsinki. Das größte Poronkusema war, dass er nun im Xantia seines eigentlichen Beifahrers aus Helsinki mitfahren musste. |
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Zwischen all diesen Ereignissen haben wir vor allem genossen, mit dem 2CV durch die verzauberte Winterlandschaft Lapplands zu fahren. Es gibt kaum ein besseres Auto für verschneite Straßen. Oft wählen wir absichtlich einsame Nebenstraßen, die nicht geräumt waren. Die runderneuerten italienischen (!) Spikesreifen zogen unsere Ente bei 100 km/h schienengleich über das blanke Eis. An mehreren Stellen galt dies wörtlich: Sobald Gewässer dick genug zugefroren sind, werden Eisstraßen auf den Seen und sogar auf der Ostsee frei gegeben. Dies war für viele das beeindruckendste Fahrerlebnis. Die Stimmung unter den Raidern gibt ein kleines Video (6 MB) aus Vehu wieder: Es zeigt die Frozen Duck Band live on stage. Pertti aus Kajaani hat den Raid Poronkusema-Song geschrieben. Karsten, SB-CV 911 |
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