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Email an die Redaktion: |
Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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18.-20.9.2009: Liebe 2CV-Club-Präsidentinnen und Präsidenten, Ohne-Präsi-Clubs, N.i.L.n.e.V.s, Entenstammtische und Derivate, ich fahre ja gerne auf Ententreffen. Aber das letzte Sommerwochenende 2009 hat mich dann doch überfordert. Zwölf (in Worten: Zwölf) Treffen hat der aktuellste CCRR-Kalender für den 18.-20. September ausgeworfen. Davon allein fünf in Westdeutschland, eins in Norddeutschland und eins in Bayern. In unseren Nachbarländern, in denen es nach preußischer Art zentral organisierte nationale Clubs gibt, funktioniert die Terminkoordination ungleich besser: Aus Luxemburg, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Italien wurde jeweils nur ein Treffen gemeldet. Österreich und die Niederlande haben bei dieser Auswahl direkt aufgegeben und gar keine Treffen an den Start geschickt. Zugegeben: Es war Kaiserwetter. Offenes-Dach-Wetter. Sonne satt, selbst nachts kaum kälter - da muss man einfach ein Treffen veranstalten. Aber gleich zwölf? Der Google Routenplaner hat nach zahlreichen Optimierungen eine Strecke von 2.996 km und eine Fahrzeit von 1 Tag, 8 Stunden ausgewiesen. Das ist im Prinzip machbar, allerdings ist der Begrüßungsschluck pro Treffen (5 Minuten * 12 = 1 Stunde), alle drei Stunden 15 Minuten für Tanken, pinkeln und Fahrerwechsel (150 Minuten), alle 1 1/2 Stunden nochmal pinkeln und essen (weitere 150 Minuten) und 1 x Schlafen (2 Stunden) noch nicht eingerechnet. Dann wird es schon knapp mit einem Wochenende: Wir sind bei 1 Tag, 16 Stunden. Das Wochenede beginnt bei mir frühestens am Freitag um 17 Uhr (ich gehöre zur werktätigen Bevölkerung) und endet Sonntag um 24 Uhr, d.h. es hat 2 Tage und 7 Stunden. Es bleiben also 15 Stunden für zwölf Treffen, das sind 1 1/4 Stunde pro Treffen. Das muss reichen, da kann man 1/4 Stunde am Empfang mit den Veranstaltern reden, 1/2 Stunde Auf- und Abbauen und 1/2 Stunde mit 2CV-Freuden reden, von denen ich normalerweise auf jedem Treffen mindestens einen angetreffe, den ich kenne. Nach 30 Minuten wird ein Laberfeuergespräch üblicherweise langweilig, so dass man das Gespräch mit einem/einer anderen Entenfreund/in auch auf einem anderen Treffen fortsetzen kann. |
![]() Treffenstandorte
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![]() Klappwohnwagen (Combi-Camp) für den Schmalen Hans |
Jetzt geht der
Statistiker mit mir durch. Bei einem optimistisch angenommenen Verbrauch von
6,4 Litern/100 km und einem Benzinpreis von 1,30 Euro/Liter ergäben sich
Benzinkosten von 249,26. Geht man von einem mittleren Treffenbeitrag von 10
Euro pro Auto aus (Spende oder Pflichtbeitrag), sowie Kosten von 3 Euro pro
Imbiss pro Treffen und 1,50 Euro pro Bier pro Treffen (was nicht zu hoch
angesetzt ist), summieren sich die Kosten (ohne Öl und Reifenverschleiß)
auf 303,27 Euro. Hinzu kommen 24 Kaffee zu 2,80 Euro an Tankstellen, macht
370,47 Euro oder 30,87 Euro pro Treffen.
Das ist ein äußerst günstiger Satz, wenn man bedenkt, dass ein Treffenbesuch normalerweise - je nach Entfernung und Bierkonsum - mindestens 50 bis 100 Euro kostet. Lediglich das zwölfmalige Auf- und Abbauen an einem Wochenende gefällt mir noch nicht wirklich, hier gibt es noch Verbesserungspotenzial. |
![]() Bokkerijder |
![]() Originelle Auswinkelung |
Das 5. Heistse
Bokkerijders Meeting war eine Herausforderung an meine pfadfinderischen
Fähigkeiten. Zum Glück hatte ich im Büro noch einmal ins Internet
geschaut und nach langen Recherchen einen Hinweis auf den kurzfristig
geänderten Austragungsort gefunden: Das Pfadfinderinnenheim in Baal
östlich von Brüssel. Keine Doppelwinkel, sondern zwei Ententüren und eine
auf dem Kopf liegende Ente führten mich zusammen mit Mijnheer TOMTOM zum
Platz.
Erinnerlich bleibt mir und meinem Kopf vor allem das echt leckere Bier mit 10 Umdrehungen - uff! Auf dem Platz gab es NUR Enten und Derivate. Alle anderen parkten brav daneben - direkt daneben, da kann keiner was sagen von wegen er will sich mit Freunden treffen usw. War irgendwie auch schön. Und alle haben etwas enger beisammen gestanden, es gab kaum Wohnwagen und nur zwei, drei Pavillons. Gesessen hat man zusammen am oder im Haus. Irgendwie so wie Ententreffen früher bei uns auch mal waren. Wo ich schon mal auf Europa-Tournee war, habe ich auch noch gleich meine Eltern im Ruhrpott besucht. Da kam es jetzt auch nicht mehr drauf an. Weiter gings nach Sprockhövel. So stand es zumindest im Internet. Ich habe mir natürlich die Wegbeschreibung nicht beschafft - da wird es ja wohl ausgewinkelt sein, und so groß ist Sprockhövel ja nicht. |
![]() Das Sperrschild kam mir irgendwie bekannt vor ... |
![]() P - Fahrschulwagen |
Die Augustausgabe der gedruckten CCRR-Info wies übrigens nur 10 Treffen aus. Hier erfolgt mein zweiter scharfer Verweis an die Veranstalter: Die Planung eines solchen Marathon-Wochenendes muss von langer Hand angelegt werden. Es sollte doch möglich sein, ein Treffen wenigstens einen Monat plus die Zeit zwischen Reducktionsschluss und Auslieferung der Info anzukündigen, damit es in der letzten Info vor dem Treffen überhaupt bekannt gemacht wird. Im Gegensatz zur Generation ipod habe ich nämlich keinen Laptop in der Ente und bin unterwegs auf die gedruckte Info angewiesen. Entsprechend habe ich das Treffen in Sprockhövel schließlich nicht gefunden - keine Wegbeschreibung, keine Auswinkelung von der zentralen Kreuzung in Sprockhövel - nix. Aber egal, wir sind ja unterwegs im Namen des Herrn. |
![]() Früh übt sich ... |
![]() TÜV meets 2CV - in der Luft |
Also ging es weiter
nach Wuppertal, gerade mal 28 Minuten entfernt. Einschließlich Umweg,
nachdem mich Mijnheer van TOMTOM durch eine sonntags gesperrte Straße
schicken wollte. Immerhin führte er mich haarscharf an den in üppiger
Fülle vorhandenen Umweltzonen vorbei. Im Pott darf man mittlerweile mit
Enten nur noch Autobahn fahren, weil jede Abfahrt von der A40 und der A46 in
Umweltzonen führt. Irgendwie clever gemacht.
Ein TÜV in der Umweltzone, das wäre eigentlich ein besonders lustiger Gag gewesen. Nach all der Fahrerei wollte ich mitten in einem dicht besiedelten Stadtviertel der Schwebebahnstadt kaum noch glauben, richtig zu sein, als ich plötzlich den Wegweiser zum TÜV sah, und dann die Ente am Kran. Und wenn ich Kran sage, meine ich nicht so einen Kindergeburtstag wie er auf Einfamilienhausbaustellen verwendet wird, sondern einen ausgewachsenen Funkturm, der bei ausgefahrenem Mast der Flugsicherung Bescheid sagen muss. |
![]() Flying Frenchman |
![]() Serviceorientierung |
Das Treffen war eigentlich fast vorbei, es war nur so ein Tagesevent, aber das, was ich noch davon mitbekommen habe, war trotzdem lustig. Der Veranstalter - ein Citroenhändler - betrieb auf dem Gelände des TÜV (!) eine Ente ohne Häuschen (!!), mit der er die Kinder die ganze Zeit durch die TÜV-Halle fuhr. Rund 90 Enten waren in die Höhle des Löwen gekommen. Darunter auch halbfertige mit äußerst unsachgemäßen Schweißarbeiten. Die TÜV-Ingenieure müssen an diesem Sonntag um Jahre gealtert sein. Für das leibliche Wohl gab es Lollies von Castrol (die mit dem Ölgeschmack). |
![]() 20 W 50 - Lollies |
![]() |
Die Veranstalter waren
auch nach Ende des Events sichtlich unausgelastet. Da wurde zur Abwechslung
mal der TÜV-Buggy hinten rumgehoben. Der übrigens eigens für dieses
Treffen noch einen neuen Motor bekommen hatte. Ob eine Straßenzulassung
denn theoretisch möglich wäre, fragte ich den Erbauer. Die Antwort war
etwas ausweichend. Von scharfen Kanten war die Rede und Dreipunktgurten, und
dass die Kotflügel (hinten) bei voller Beladung auf dem Reifen schleifen
würden. Ganz richtig wurde von den umstehenden 2CV-Fahrern bemerkt, dass
die Sicherheitszelle des Buggys und der serienmäßigen Ente sich in ihrer
Stabilität nur unwesentlich von der eines Quads unterschieden.
Auch die längsten Treffenwochenenden gehen mal zu Ende, und so begab ich mich auf die letzten 350 km zurück nach Hause. Elise, meiner jüngsten Ente, hatte die Fahrt sichtlich gut getan. Mühelos versenkte ich die Tachonadel auf der A48. Das ist mir schon ewig nicht mehr gelungen. Mijnheer zeigte satelitengeprüfte 138 km/h an. Ich schwöre: Der 2CV6 hat einen serienmäßigen Motor. Und nicht alles in dieser Geschichte ist gelogen. Karsten, SB-CV916 |
![]() Tacho - nicht defekt, sondern Nadel versenkt |
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