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Der kleine
Rundbrief für Citroën-Freunde
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Raid Australien
2008, Teil 4: Von Gefängnisbäumen, Fischkisten und einem Stuntman Wir erinnern uns: Teil 1 handelte von der Abenteuerreise mit dem 2CV ins Outback mit vielen Risiken, die sich als wunderbarer Familienausflug entpuppte. Durch Aborigine-Gebiete und Naturparks führte die Strecke durch die menschenleere Steppe von West-Australien. Jeden Abend gab es herrliche bush camps mit Lagerfeuerromantik, einem überwältigenden Sternenhimmel und etwas obligatorischer 2CV-Wartung. In Teil 2 durchquerten wir mit unseren Enten eine der einsamsten Gegenden des Kontinents auf Pisten, wo das letzte Auto vor einem Jahr gefahren ist und die ganz bestimmt nur für Allradfahrzeuge geeignet sind. Teil 3 führte uns vorbei am Mt Augustus, der doppelt so groß wie der berühmte Uluru („Ayers Rock“) ist, in die tropische Savanne West-Australiens zum 80 Mile Beach am Indischen Ozean. Der vierte und letzte Teil beschreibt die Fahrt durch die subtropische Bergwelt der Kimberleys. |
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Wir merken vor allem an der hohen Luftfeuchtigkeit, dass wir in den Tropen angekommen sind. Der trockene Busch ist einer Savannenlandschaft gewichen: Endloser Busch aus lockerem Gestrüpp, in dem vereinzelt hohe Bäume stehen. Besonders angetan hat es uns der Boab Tree (Adansonia gregorii), ein Baum, von dem die Legende berichtet, er habe sich wegen seiner Schönheit im Paradies so arrogant verhalten, dass Gott ihn zur Strafe schließlich mit den Wurzeln nach oben eingepflanzt habe. Das abgebildete Exemplar ist hohl und diente in früheren Zeiten als Gefängnis für unbotmäßige Aborigines. | |
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Nicht nur Vegetation und Luftfeuchtigkeit haben sich geändert. Seit wir die Wüste verlassen haben, führen auch die Flüsse zunehmend Wasser, manchmal auch auf der Straße. Kein Problem - denke ich ganz cool, wir sind ja jetzt total erfahrene, abgeklärte Off-Roader und nehmen diese Furt ganz locker. Die Bugwelle ist tatsächlich beeindruckend. Das ratschende Geräusch, mit dem der Motor abstirbt, auch. Kleinlaut lasse ich mich an Land schieben. Der Wasserdruck hat die Flügel des Lüfterrads verbogen und an die Abdeckung gedrückt. Das hat das Lüfterrad nicht überlebt. Zum Glück habe ich Ersatz dabei. Nachdem das Kontaktkästchen getrocknet ist, springt auch der Motor wieder an. Später lernte ich, dass es reicht, den Lufteinlass mit einer Plastikfolie abzudecken, so dass kein Wasser in den Lüfterkasten schwappt. Zur Sicherheit demontierte ich trotzdem von nun an das Lüfterrad vor weiteren Furten, es war mein letztes. | |
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Ich kann übrigens froh sein, dass meine Co-Raider mich so bereitwillig aus der Furt geschoben haben. In der Nähe des nächsten Übernachtungsplatzes begegnen uns die nebenstehend abgebildeten Süßwasserkrokodile. Als Handtasche sind sie dann doch freundlicher. An diesem Morgen hatten die Krokos aber bereits gefrühstückt, sie ignorierten uns völlig. Die wesentlich gefährlicheren Salzwasserkrokodile wandern in den Flüssen viele -zig km landeinwärts. Bei den nächsten Flussdurchfahrten würfelten wir dann immer aus, wer zu Fuß die Wassertiefe ausloten musste. Manche Tiere wie die Echse rechts im Bild waren nicht minder exotisch, aber ungefährlich. |
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Die Gibb River Road führt durch die
Kimberley Mountains, eine sehr alte Tafelberglandschaft mit spektakulären
Canyons und Bergzügen. Anfangs wirkt die Piste recht harmlos. Die etwas abenteuerlustigeren Raider waren schon enttäuscht, dass die Strecke zu einer „Autobahn“ ausgebaut war. Doch bald hieß es „Ende der Ausbaustrecke“. Nicht die Streckenführung oder die Wasserdurchfahrten machten uns zu schaffen, sondern der miserable Zustand der vergleichsweise stark befahrenen Piste. Hier hatte sich starkes „Wellblech“ gebildet, über das man entweder mit 20 km/h oder mit 90 km/h fahren musste. Da wir irgendwo ankommen wollten, wählten wir die schnellere Alternative. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, schüttelten die Enten von sich. Da ich mir angewöhnt hatte, jeden Abend alle wichtigen Schrauben nachzuziehen, haben wir jedoch nichts Wesentliches mehr verloren. Kurz vor dem letzten Camp erlaubte ich mir aber dennoch, einen weiteren Reifen zu zerstören. In Darwin gab es zum Glück Ersatz. Teilweise mussten wir zu den entlegenen Pools mehrere Stunden wandern. Auch die Wanderwege umfassten manchmal Furten, die durchschwommen werden mussten. An einer Stelle hatten freundliche Zeitgenossen Fischkisten aus Styropor hinterlassen, mit denen man seine Kleidung trocken über das Wasser bringen konnte. |
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Selbst die schönste Raid geht
einmal zu Ende, und so auch diese Raid Australien. Am letzten Abend feierten
wir die herrliche Fahrt in einer Station, die uns im Vergleich zu dem Rest
geradezu luxuriös vorkam: Zelten auf saftigem Rasen, herrliche Duschen und
ein üppiges Buffet bildeten den krönenden Abschluss. Bei Shayne, dem
Hauptorganisator, bedankten die Raider sich mit einem Original-Kunstwerk,
das wir unterwegs bei einem Aborigine erworben hatten. Der Abend klang aus
bei Didgeridoo- und australischer Cowboy-Musik. Am nächsten Morgen hieß es
himmelfrüh aufstehen, da die letzte und zugleich schwierigste Furt der Gibb
River Road durch den Pentecost River für unsere Enten nur bei Ebbe zu
durchqueren war. Mit der Erfahrung, die wir mittlerweile hatten, kamen alle
heil durch. Am Ende der Gibb River Road trafen wir uns zu einem letzten
Gruppenbild. Nach einem herzlichen Abschied zerstreuten sich die Raider von
hier in alle Himmelsrichtungen. Wir hatten noch vier Tage, um nach Darwin zu
unserem Heimflug zu gelangen.
Karsten und Jutta in DUCHESSE |
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