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Der kleine Rundbrief für Citroën-Freunde
29. Jahrgang 2009 - gegründet 1981

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2010

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Ortsclub Saarbrücken:
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Alain huldigt einem 24-pack Lapin Kulta, Direktimport von Jukka aus Finnland

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Lebensfreude pur

Kurzurlaub in Belgien und der Normandie

Dieses Jahr konnte ich der besten Ehefrau der Welt gleich zwei Ententreffen zum Geburtstag schenken: Das 2CV Jazz-und-Blues-Treffen in Gouvy (Belgien) und eine Woche später das französische Nationaltreffen in Giel in der Normandie. Um den Urlaub rund zu machen, lud Marcel einen Abend vor dem kleinen, feinen Treffen in den Ardennen seine 2CV-Freunde aus ganz Europa in eine wunderschöne Grillhütte auf dem "Hauts de Froidmont" bei Lüttich ein. Der Name war Programm ("kalter Berg"), siehe auch Ronnys Bericht vom Französischen Nationaltreffen. Regen und Kälte konnten uns die Laune aber nicht verderben - Stefan und Brigit kochten wie Bocuse persönlich, und die Diskussionen über Entenmotoren, einseitig gelagerte Kurbelwellen und Velo Solex wurden im Laufe des Abends immer fideler.

Der schöne Nebeneffekt von Ententreffen in fremden Ländern ist, dass wir immer neue Städte und Landschaften kennen lernen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Marcel mit dem besten Baguette, das wir seit langem gegessen hatten, besichtigten wir Freitag Morgen die wunderschöne Altstadt von Liége (Lüttich) mit ihren knorzigen historischen Gebäuden, quirligen Geschäften und einem schönen Park auf einem Hügel an der Maas.

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Brot-Kunst 
362_Hoegaarden.jpg (125508 Byte) Nachmittags führte uns Stephan zusammen mit den anderen belgischen, deutschen und finnischen Entenfreunden über wunderschöne Nebenstraßen durch die Ardennen nach Gouvy. Er wäre jedoch kein richtiger Belgier, wenn er uns nicht auf dem Weg noch in ein gemütliches Restaurant entführt hätte, wo Jutta das größte Bierglas ihres Lebens bekam (links). An den Wänden standen Sprüche in uns unbekannten Zungen - der lokale wallonische Dialekt, wie uns erklärt wurde. Selbst wenn ich besser Französisch könnte, hätte ich das nicht verstanden. - Die Enten gaben auf dem Parkplatz vor dem Restaurant ein sehr schönes Bild ab. (rechts) 378_deux_chevaux_rouges.jpg (129304 Byte)
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Die Ferme Madelonne In Gouvy war uns schon aus den Vorjahren bestens bekannt. Claude Lentz hatte (nach einem Jahr Pause) wieder ein gemütliches, liebevolles Treffen organisiert, das diesmal sehr gut besucht war. Auf dem Treffenplatz fanden sich übrigens ausschließlich Enten und Artverwandte wieder (links oben).

Die "ballade" (Ausfahrt) am Samstag führt über kleinste romantische Nebensträßchen vorbei an Herrensitzen und bodenständigen Landrestaurants. Zum Abschluss gab der Bürgermeister vor dem Bahnhof eine Runde Wein für alle aus. Auf dem Parkplatz glaubten wir, wir trauten unseren Augen nicht: Ein leibhaftiger Bugatti hatte sich zu uns gesellt! Bei genauerem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass er auf 125 R 15 Michelin-Reifen rollte. Der 602-ccm-Boxer-Motor war unter der Kofferattrappe im Heck untergebracht, und der Motorraum diente als Kofferraum. Selten haben wir so einen radikalen, aber gut gemachten 2CV-Umbau gesehen!

Abends spielte eine ausgeflippte Band bis zum Augenstillstand. Unserer Bezugsgruppe gefiel der Auftritt offenbar sehr gut - die Stimmung stieg konstant an (rechts). Für das leibliche Wohl sorgte Claude in seiner "Taverne zur rauchenden Katze". 

Sonntag mittag - die meisten Gäste waren schon abgereist - gingen wir noch einmal in die Ferme, um uns bei Claude für das Treffen zu bedanken. Nun, daraus wurde dann Nachmittag - Claude holte einen ganz besonderen lokalen Fruchtwein aus seiner Schatzkammer und ließ uns nicht ziehen, bevor die Flasche nicht gemeinsam geleert war. Rechts sieht man ihn hinter seinem Zapfhahn, der aus einem Saxophon gebaut ist. Leicht beschwingt und in bester Stimmung verließen wir Gouvy in Richtung Westen. Die Ardennen haben so viele schöne Sträßchen zu bieten, dass wir kaum vom Fleck kamen. 

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462_Kirschblüte.jpg (229355 Byte) Schließlich entschieden wir uns, auf der Autobahn etwas Land zu gewinnen und schruppten Kilometer bis spät in den lange hellen Abend. Plötzlich fiel uns auf, dass wir ja auch irgendwo übernachten mussten, doch es war kein Zeltplatz weit und breit zu sehen. Die Landkarte half auch nicht weiter (Zeltplätze werden scheinbar heutzutage nicht mehr nachgefragt). Wir bogen von der Hauptstraße ab, und nach etlichen bangen Kilometern stießen wir tatsächlich auf ein unscheinbares Schild zum Camping. Wir wurden mit den Worten begrüßt, wir könnten uns hinstellen wo wir wollten, und da sei noch so ein komischer Camion aus Wellblech. So stellten wir uns unter eine blühende Zierkirsche und fühlten uns wie in Japan. Der HY aus Wellblech war der einzige weitere Gast. Er kam aus Holland, und sein Sohn war mit einer Ente auf dem Weg nach Giel zum Nationaltreffen, so wie wir. 476_Kirschblüte.jpg (105843 Byte)
542_Cit_Camion.jpg (136476 Byte) Die zwei Tage zwischen den Treffen reichten kaum, um die vielen Sehneswürdigkeiten und die schöne Landschaft auf dem Weg in die Normannische Schweiz auch nur ansatzweise zu erkunden. Wir besuchten gotische Kathedralen, prähistorische Hinkelsteine, malerische Fachwerkdörfer, verträumte Landschaftsgärten, Käsereien, Apfelweinbauern, schroffe Felsschluchten, sonnige Sandstrände und Kühe. Jede menge normannische Kühe, die die glückliche Milch für den besten normannischen Camembert geben, den wir je gegessen haben. So kam auch im weiteren Verlauf der Reise der Gaumen nie zu kurz. Standesgemäß lieferte die Käserei in Livarot ihren Käse mit einem klassischen Citroën-LKW aus den 50er Jahren aus (links). 537_Boissey.jpg (172748 Byte)
297_Camembert.jpg (120578 Byte) Mittwoch abend erreichten wir Giel, das von Putanges-Pont-Écrepin gut ausgewinkelt war. Klar, es waren noch zwei, drei weitere Entenfahrer auf die gleiche Idee gekommen, und so verbrachten wir den Rest des Abends damit, unsere Nachbarn in der Warteschlange kennen zu lernen. Während wir noch warteten, wurde Markus mit dem ADAC angeliefert. Rechts sieht man ihn seinen Klappwohnwagen auf den Platz ziehen. So schleppten wir vorsichtig seine Getriebelahme Ente die letzten 100 Meter zum nächst besten Stellplatz nahe der Anmeldung. (Wie sich später herausstellte, stand Ronny 10 Meter weiter). Den Feiertag nutzten wir zu weiteren Ausflügen in die Region (die Ente ist geheizt, siehe Ronnys Bericht...) und Warten auf die Öffnung der Reparaturwerkstatt. Freitag war dann ganz Markus' Getriebe gewidmet (siehe Markus' Bericht). 271_MArkus_Anreise.jpg (122292 Byte)
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Degustation

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So habe ich nicht viel vom Treffen mitbekommen. Ich erinnere mich lediglich an einen grenzenlos geduldigen, hilfsbereiten und erfinderischen Werkstattmeister, einen sehr umfangreichen Flohmarkt, auf dem es tatsächlich einen 2CV-Meilentacho und ein defektes 2CV6-Getriebe gab, eine lustige Landwirtschaftsausstellung, eine Sammlung umgebauter 2CVs vom zweirädrigen Stehmobil bis zum Kneipentisch auf Rädern, die Degustation am Freitag Abend, Schleichwege ohne Stau zum Parkplatz vor dem Hauptgebäude, ein geniales Konzert der Band "Les Chapo-T" am Samstag Abend in der Turnhalle, Eis auf dem Auto und lustige Abende mit Jukka und Päivi aus Finnland und Markus und Christine aus Deutschland. 

Während wir Eis von den Scheiben kratzten, waren in Finnland übrigens zur gleichen Zeit +30°C. Ohne Scheiß jetzt. Mit unserer Lappland-getesteten Ausrüstung hat uns die niedrige Temperatur allerdings nicht viel ausgemacht. 

Mir hat besonders gefallen, dass wieder alles anders war als auf jedem vorigen Treffen. Das Gelände war originell, um ein Landwirtschaftsinternat herum angeordnet. Die Toiletten waren immer sauber und regelmäßig geleert (wen's interessiert). Der veranstaltende Ortsclub hat das Meisterwerk vollbracht, für über 2.800 Autos und ihre Besatzungen aus dem Nichts eine welttreffenwürdige Infrastruktur zu zaubern. Wir danken den Veranstaltern für dieses wunderschöne Treffen in einer reizenden Ecke Frankreichs, in der wir bestimmt nicht das letzte Mal waren. 

710_Wegweiser.jpg (112416 Byte)Karsten, SB-CV 911

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